Der Graffiti- und Skateshop „Fame“ in Zittau schließt nach 13 Jahren seine Türen. Tuomo Neumann, der Betreiber des Geschäfts, verkündet, dass der letzte Öffnungstag am kommenden Freitag sein wird. Kunden haben die Möglichkeit, auf ein unverkäufliches Skateboard zu unterschreiben und erhalten als Abschiedsgeschenk ein Glas Sekt. Der Skateshop, der sich an der Inneren Weberstraße 18 befindet, hatte in den letzten Jahren mit rückläufigen Verkaufszahlen zu kämpfen, was Neumann direkt auf den wachsenden Internethandel zurückführt. Dies zeigt, wie stark kleinere Einzelhändler unter dem Druck von Online-Shops leiden.

Neumann, der 2012 mit einem kleinen Geschäft von nur 30 Quadratmetern in der Inneren Oybiner Straße 6 gestartet war, erweiterte sein Sortiment aufgrund der hohen Nachfrage im Jahr darauf und eröffnete schließlich 2014 ein größeres Geschäft mit 120 Quadratmetern an besserer Lage. Die Eröffnung einer zweiten Filiale in Görlitz im Jahr 2016 brachte jedoch keinen Erfolg. Letztendlich beschlossen die rückläufigen Verkaufszahlen und der Druck durch den Internethandel, das Geschäft zu schließen. Neumann plant, Teile seines Sortiments weiterhin „auf Abruf“ zu verkaufen, um seinen Kunden entgegenzukommen.

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Die Schattenseiten des Online-Handels

Der Online-Handel hat während der Pandemie einen starken Aufschwung erfahren. So berichtete etwa der Tagesspiegel, dass Otto 33% mehr Pakete als im Vorjahr verschickte und Zalando einen beeindruckenden Umsatz von 8 Milliarden Euro erzielte. Die Verbraucher haben während dieser Zeit häufig Online-Shops als einzige Kaufoption für verschiedene Produkte genutzt.

Doch dieser Boom hat auch negative Seiten. 60% der stationären Händler sehen sich ohne staatliche Hilfen in Insolvenzgefahr, während 75% der Verbraucher planen, künftig gleich viel oder mehr online zu bestellen. Die Rücksendekultur ist ebenfalls ein Problem, da über 50% der bestellten Kleidungsstücke zurückgeschickt werden. Dies führt zu hohen Kosten für die Händler und belastet die Umwelt durch den erhöhten Versand und die Verpackungen.

Der Wandel im Einzelhandel

Der Digitale Wandel hat den Einzelhandel tiefgreifend verändert. Bequemlichkeit, Zugänglichkeit und Personalisierung sind Faktoren, die den Online-Handel begünstigen. Der Umsatz des deutschen Onlinehandels sank 2022 zwar um 2,8 %, jedoch erfreuen sich die Top-1.000-Onlineshops eines höheren Wachstums als vor der Pandemie.

Die Auswirkungen auf lokale Geschäfte sind erheblich. Während große Online-Plattformen wie Amazon den Markt dominieren, haben kleinere und mittelständische Unternehmen Schwierigkeiten, mitzuhalten. Um wettbewerbsfähig zu bleiben, müssen stationäre Einzelhändler ihre Geschäftsmodelle anpassen, was die Notwendigkeit von Omnichannel-Strategien und einem verbesserten Kundenservice verdeutlicht.

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Neumann erkennt die Herausforderungen des Marktes und hat bereits andere Geschäftsfelder erschlossen, darunter eine Werbeagentur und einen veganen Food-Truck. Auch der Start eines Bistros, das vegane Mittagstische und Catering anbietet, zeigt seine Diversifikation. Diese Anpassung ist ein notwendiger Schritt in einer Zeit, in der der Einzelhandel neu erfunden werden muss, um in einer zunehmend digitalen Welt zu bestehen.