Am 13. März 2025 wird ein besonderes Konzert im evangelischen Gemeindezentrum Altomünster stattfinden. Pianist Markus Kreul widmet seine Darbietung der außergewöhnlichen Lebensgeschichte von Alice Herz-Sommer, einer der letzten Überlebenden des Holocaust, die selbst während ihrer Gefangenschaft im Konzentrationslager Theresienstadt über 100 Konzerte gab.

Alice Herz-Sommer und ihr Sohn Raphael wurden 1943 ins Konzentrationslager Theresienstadt verschleppt. In dieser grausamen Umgebung fand die Pianistin Trost und Hoffnung durch die Musik, die sie als „Garten Eden inmitten der Hölle“ bezeichnete. Neben der kulturellen Isolation war die Rolle der Musik in den Konzentrationslagern von ambivalenter Natur. In Theresienstadt wurden kulturelle Aktivitäten inszeniert, um ein falsches Bild von einem „normalen Lagerleben“ zu vermitteln, während zugleich die Realität der Inhaftierung weit schlimmer war, als es den Anschein hatte. Das Lager diente nicht nur als Gefängnis, sondern auch als Schauplatz für die NS-Propaganda, wie Forschungsergebnisse belegen.

Ein Leben für die Musik

Alice Herz-Sommer wurde am 26. November 1903 in Prag geboren und war Teil einer wohlhabenden deutschsprachigen jüdischen Familie. Ihre Eltern förderten ihre musikalische Laufbahn. Aufgrund der Verfolgung der Juden in der Nazi-Zeit wurde es Alice jedoch unmöglich, öffentlich aufzutreten. Im Juli 1943 folgte die Inhaftierung im Konzentrationslager, wo sie unermüdlich für ihre Mithäftlinge spielte. Neben ihrer musikerischen Tätigkeit trat ihr Sohn Raphael in Theaterstücken auf, was ihnen beiden half, die grausamen Umstände zu ertragen.

Die Musik war nicht nur ein Mittel zur Unterhaltung; sie diente auch als Überlebensstrategie. Als Teil der Überlebenskultur half das Musizieren dabei, die Willenskraft der Häftlinge zu stärken und eine Art kulturelle Normalität aufrechtzuerhalten. Trotz der unterdrückenden Bedingungen fand Alice Herz-Sommer Wege, die Kraft der Musik zu nutzen, um sich und anderen Hoffnung zu spenden.

Ein besonderes Konzert

Im Konzert am Sonntag, den 16. März, wird Markus Kreul Werke aus drei Jahrhunderten präsentieren, darunter Kompositionen von Mozart, Chopin und Egidio Umari sowie das ergreifende „Dachau-Lied“ von Herbert Zipper. Das Event ist Teil des Programms „Zwischen Schwarz und Weiß“ und führt die Zuhörer durch die bewegende Geschichte der Musik im Konzentrationslager.

Das Konzert soll die Botschaft von Frieden, Freiheit und Toleranz vermitteln und zeigt, wie Musik in einer Zeit der Verzweiflung Trost spenden kann. Karten sind sowohl an der Tageskasse als auch im Vorverkauf bei der VHS Altomünster erhältlich.

Alice Herz-Sommer starb im Jahr 2014 im Alter von 110 Jahren. Ihr Erbe und die Kraft der Musik leben in solchen Veranstaltungen weiter und erinnern uns an die unzertrennliche Verbindung zwischen Kunst und Menschlichkeit in Zeiten der Dunkelheit.