Görlitz

Anstieg rechter Gewalt in Sachsen: Opferzahlen steigen alarmierend

Anstieg rechter Gewalt in Sachsen - Ein alarmierender Trend

Die Anzahl rechtsmotivierter Angriffe, die von einer Opferberatungsstelle in Sachsen beobachtet wurden, ist im Jahr 2023 gestiegen. Laut der Opferberatung Support des RAA Sachsen in Dresden gab es 248 rechtsmotivierte Angriffe, bei denen mindestens 380 Menschen betroffen waren. Dies bedeutet eine Steigerung von 21 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Die häufigsten Delikte waren Körperverletzungen mit 157 Fällen und Nötigungen oder Bedrohungen mit 79 Fällen.

Die Regionen mit den höchsten Vorkommnissen waren neben den Großstädten Leipzig, Dresden und Chemnitz auch die Landkreise Zwickau, Leipzig, Bautzen und erstmals Görlitz. Die Geschäftsführerin der Beratungsstelle RAA Sachsen, Andrea Hübler, äußerte Besorgnis über den Anstieg rechtsmotivierter Gewalt und wies darauf hin, dass mit den bevorstehenden Kommunal- und Landtagswahlen politische Gegner vermehrt Ziel von Angriffen sein könnten.

Rassistische Motive waren in über der Hälfte der Angriffe (129) zu verzeichnen. Des Weiteren gab es Angriffe gegen politische Gegner, Nichtrechte, Menschen aufgrund ihrer sexuellen Orientierung oder Geschlechtsidentität, Wohnungslose und Menschen mit Behinderungen. Besonders besorgniserregend war der deutliche Anstieg von sechs antisemitisch motivierten Angriffen, darunter drei gegen Teilnehmer von Solidaritätskundgebungen mit Israel nach einem Angriff der Hamas am 7. Oktober. In 26 Fällen blieb das genaue Tatmotiv unklar.

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Mit einem Portfolio, das mehr als zwei Jahrzehnte Berufserfahrung umfasst, ist der freie Redakteur und Journalist Martin Schneider ein fester Bestandteil der deutschen Medienlandschaft.
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