Die Wiederbelebung der Carolabrücke in Dresden erfährt durch die „Initiative Carolabrücke“ neuen Auftrieb. Diese Bürgerinitiative hat sich zum Ziel gesetzt, die historischen Strukturen der Brücke von 1895 wiederaufzubauen, die einst im Jahr 1945 von SS-Truppen gesprengt wurde. Die Initiative wurde vor kurzem in einer feierlichen Versammlung am Rathenauplatz gegründet, der aktuell nur sporadisch genutzt wird und nach dem bedeutenden Politiker Walther Rathenau benannt ist. Das Areal war vor dem Zweiten Weltkrieg stark bebaut und verlor durch die Luftangriffe seinen ursprünglichen Charakter. Stiftungen der Vorkriegszeit, wie die Figuren „Elbe in Ruhe“ und „Bewegte Elbe“, zeugen noch von der einstigen Schönheit der Region.
Bertrand Zunker, ein Mitinitiator der Initiative, appelliert für eine Neugestaltung des Platzes durch die Anpflanzung von Bäumen und der Schaffung von Cafés. Hierfür wurde bereits eine Gruppe von 30 meist jungen Mitgliedern gewonnen, die aus unterschiedlichen Berufsgruppen kommen. Jann Ole Makberger, ein weiteres aktives Mitglied, hebt die Notwendigkeit hervor, die Diskussion über die Pläne zur Wiederherstellung der Brücke in Gang zu bringen. Mit drei Petitionen sind bereits fast 26.000 Unterschriften für das Projekt gesammelt worden. Baubürgermeister Stephan Kühn unterstützt die Initiative und gewährte, dass alle Varianten zur Rekonstruktion geprüft werden.
Details zur Carolabrücke
Die Carolabrücke ist eine der vier Elbbrücken, welche die Dresdner Innenstadt miteinander verbinden. Sie wurde zwischen 1892 und 1895 unter den Architekten Karl Manck und Hermann Klette erbaut und erstreckt sich über eine Länge von 340 Metern. Die Brücke verfügt über eine 9,6 Meter breite Fahrbahn, die Platz für eine zweigleisige Straßenbahntrasse sowie beidseitige Gehwege von jeweils 3,2 Metern bietet. Ihre beeindruckende Konstruktion besaß zwei Pfeiler in der Elbe und wurde von sechs vollwandigen, eisernen Bögen überspannt.
Nach dem verheerenden Bombenangriff im Februar 1945, der die Dresdner Innenstadt nahezu vollständig zerstörte, wurde auf einen Wiederaufbau der Brücke in ihrer ursprünglichen Form verzichtet. Einige der architektonischen Details wie Sandsteinbögen, Balustraden und Pavillons sind jedoch als Baupläne im Stadtarchiv zu finden. Diese Details sind nun Bestandteil der Vision der Initiative für die originalgetreue Rekonstruktion der Carolabrücke.
Dresdens Architekturgeschichte
Dresden hat eine reiche Architekturgeschichte, die bis ins 15. Jahrhundert zurückreicht, als sie als Residenzstadt der Wettiner gegründet wurde. Im Barockzeitalter erlebte die Stadt unter August dem Starken eine Blütezeit und galt bis zur Zerstörung im Zweiten Weltkrieg als eine der schönsten Städte Deutschlands. Der Wiederaufbau nach dem Krieg war geprägt von politischen Motiven, und viele historische Bauwerke blieben während der DDR-Zeit unberührt oder wurden nicht wiedererrichtet.
Erst nach der Wiedervereinigung 1990 erhielt der historische Wiederaufbau in der Stadt eine neue Priorität. Bedeutende Bauwerke wie die Frauenkirche wurden bereits rekonstruiert und wiedereröffnet. Der Fokus auf den Erhalt und die Rekonstruktion des historischen Stadtbildes, einschließlich der Carolabrücke, wird von der Bevölkerung unterstützt und zeigt, wie wichtig das kulturelle Erbe für die Dresdner ist.
Die Initiative Carolabrücke ist Teil eines größeren Trends in Dresden, das sich zunehmend um den Erhalt historischer Stätten bemüht und die Bedeutung des kulturellen Erbes in der modernen Stadtentwicklung anerkennt. Damit könnte die reconstructierte Brücke nicht nur ein architektonisches Highlight, sondern auch ein Symbol für den Wiederaufbau und die Erneuerung der Stadt werden.
Tag24 berichtet, dass …
Dapemasblog beschreibt die Carolabrücke …
Diercke bietet einen umfassenden Überblick über Dresdens Geschichte …