Die Pläne von SachsenEnergie, eine unterirdische Starkstromleitung durch die denkmalgeschützte Gartenstadt Hellerau zu verlegen, stoßen bei Anwohnern auf Widerstand. Hellerau, gegründet 1909 als erste deutsche Gartenstadt, ist bekannt für seine schmalen Straßen und die dichte Bebauung. Die Bedenken der Anwohner konzentrieren sich auf mögliche negative Auswirkungen auf das Flächendenkmal sowie die Bausubstanz angrenzender Häuser, insbesondere aufgrund der erforderlichen metertiefen Erdarbeiten.Tag24 berichtet, dass die neue Leitung bis zur Inbetriebnahme neuer Chipfabriken im Jahr 2026 fertiggestellt sein soll.

Die geplante Trasse wird sich über etwa drei Kilometer erstrecken und verschiedene Straßen wie den Hirtenweg, Markt, Ruscheweg, Am Talkenberg, Auf dem Sand, Am Pilz, Hoher Weg und Friedersdorfer Weg tangieren. Tanja Fischer, eine Anwohnerin und Vertreterin des Hellerauer Bürgervereins, weist darauf hin, dass die Straße „Auf dem Sand“ für derartige Baumaßnahmen ungeeignet ist. Auch René Strietzel, Stadtbezirksbeirat (CDU), schlägt vor, die Trasse parallel zur bestehenden Industriewasserleitung zu verlegen, um die Auswirkungen auf die Anwohner zu minimieren.

Bedenken und Alternativvorschläge

Die Erdarbeiten beunruhigen nicht nur die Anwohner, sondern auch die politische Vertretung. Torsten Pötschk von der FDP betont, dass durch die Erdarbeiten Schäden an der Bausubstanz der anliegenden Häuser drohen könnten. SachsenEnergie hingegen versichert, dass man Maßnahmen ergreift, um Schäden durch „besonders erschütterungsarmes“ Arbeiten, Baugrunduntersuchungen und Schwingungsmessungen zu vermeiden. In Reaktion auf die Kritiken prüft das Unternehmen nun erneut, ob eine Mitverlegung der 110-kV-Trasse entlang der Industriewasserleitung realisierbar ist.

Erwartungen werden an die bevorstehende Stadtbezirksbeiratssitzung am 31. März hingelegt, bei der Strietzel überzeugt ist, dass SachsenEnergie von seinen ursprünglichen Plänen ablassen wird.

Steigende Nachfrage im Dresdner Norden

Im Dresdner Norden wird gleichzeitig der Bedarf an Strom und Wasser durch die ansässige Halbleiterindustrie zunehmen. Zukünftige Bauprojekte von SachsenEnergie, die auch Glasfaserleitungen in Hellerau und umliegenden Gebieten umfassen, werden von der Öffentlichkeit kritisch begleitet. Ein Bürgerdialog, der am 16. Januar 2025 in der Waldschänke Hellerau stattfindet, soll Anwohnern die Möglichkeit geben, Fragen zu stellen und Informationen zu erhalten.Radio Dresden berichtet, dass Experten vor Ort sein werden, um direkte Anliegen der Bürger zu klären.

Diese Form der Bürgerbeteiligung wird als entscheidend für die Stadtentwicklung betrachtet. Sie ermöglicht es den Bürgern, aktiv an der Gestaltung ihres Umfeldes teilzuhaben und ihre Bedürfnisse in Entscheidungsprozesse einzubringen. Transaparente Prozesse und der Dialog zwischen Bürgern, Politik und Verwaltung steigern das Vertrauen und die Akzeptanz geplanter Projekte.Das Portal Nutz deinen Ort hebt hervor, dass effektive Bürgerbeteiligung wesentlich zur nachhaltigen Stadtentwicklung beiträgt und zur Verbesserung der Lebensqualität in den betroffenen Gebieten führt.