Der Frühjahrsputz ist für viele Deutsche zu einem ritualisierten Ereignis geworden, das oft in den Monaten März oder Mai stattfindet. Dieses Jahr, am 19. März 2025, dominieren die Vorbereitungen für die große Reinigung in den Haushalten des Landes. Psychologische Faktoren wie die längeren Tage und das wärmer werdende Wetter spielen hierbei eine wesentliche Rolle. Sie stimulieren nicht nur die Motivation, sondern auch die Lust am Putzen, während die Natur zu neuem Leben erwacht. Historisch bedingt hat der Frühjahrsputz seinen Ursprung in der Zeit, als Heizperioden mit Holz oder Kohle endeten, was oft Ruß und unangenehme Gerüche hinterließ, die beseitigt werden mussten. Laut rp-online.de ist das Aufblühen der Natur einer der zentralen Anstöße für viele Menschen, um und in ihrem Zuhause sauber zu machen.

Wolfgang Stöcker leitet das Internationale Staubarchiv in Köln, wo er über 600 verschiedene Staubproben archiviert hat. Diese Proben sind in kulturelle, kulinarische und musikalische Kategorien eingeteilt. Besondere Proben umfassen Staub aus dem Opernhaus Sydney oder dem Petersdom und sind Teil einer Dauerausstellung, die bis zum 10. August im Deutschen Hygiene-Museum in Dresden zu sehen sein wird. Historische Putz-Tipps, die Stöcker zusammentrug, empfehlen unter anderem die Verwendung von Prager Putzstein zur Reinigung von Kupfer- und Messinggeräten sowie die Verwendung von Soda und Sand für Zinnlöffel.

Kalorienverbrauch beim Putzen

Das Putzen ist nicht nur eine Aktivität zur Sauberkeit, sondern hat auch einen gesundheitlichen Aspekt. Der Kalorienverbrauch kann dabei erheblich sein. Laut stuttgarter-nachrichten.de, verbrennen Frauen beim Staubsaugen etwa 231 kcal pro Stunde, während Männer sogar bis zu 280 kcal verbrennen können. Die Aktivität, Möbel umzustellen, kann für Frauen bis zu 350 kcal und für Männer bis zu 425 kcal verbrauchen – mehr als beim Laufen mit 8 km/h. Die genauen Werte sind abhängig von Faktoren wie Alter, Geschlecht und Gewicht der Person, und basieren auf dem metabolischen Äquivalent (MET).

Die Analysen von durchschnittlichen Verbrauchswerten zeigen, dass eine Person mit 70 kg in 30 Minuten verschiedene Tätigkeiten ausführt. Zum Beispiel verbraucht man beim Fensterputzen etwa 117 kcal und beim Wischen 92 kcal. Diese Kalorienwerte sind nicht nur eine interessante Ergänzung zur gesundheitlichen Betrachtung des Putzen, sondern auch eine Motivation, sich aktiv zu betätigen.

Positive Effekte auf das Gehirn

Putzen wirkt sich zudem positiv auf die geistige Gesundheit aus. Neueste Studien der University of British Columbia zeigen, dass regelmäßiges Putzen die graue Substanz im Gehirn stimuliert. Eine Untersuchung, die in der Fachzeitschrift Social Cognitive and Affective Neuroscience veröffentlicht wurde, ergab, dass Senioren, die mehr Zeit mit Hausarbeiten verbringen, ein größeres Gehirnvolumen aufweisen. Der Zusammenhang zwischen Hausarbeit und kognitiver Gesundheit deutet darauf hin, dass die anhaltende körperliche Aktivität, wie das Putzen, möglicherweise das Wachstum neuer Gehirnzellen anregen könnte. Darüber hinaus konnte festgestellt werden, dass Aufmerksamkeit für Details und Problemlösungskompetenz während der Reinigungsarbeiten das Selbstwertgefühl fördern und somit positive Effekte auf die psychische Gesundheit haben können, wie wmn.de beschreibt.

Insgesamt lässt sich sagen, dass der Frühjahrsputz mehr ist als nur eine lästige Pflicht. Er bietet die Chance auf körperliche Aktivität, puren Sauerstoff, eine verbesserte geistige Gesundheit und ein sauberes Zuhause. Bei einem solchen Vorhaben erhöht sich der Anreiz zur Mitarbeit und der Antrieb, die eigenen vier Wände für die neue Jahreszeit auf Vordermann zu bringen.