Am 4. März 2025 fand das Kick-Off Meeting der European Cross-Border University Across an der Technischen Universität Chemnitz statt. Der Rektor der TU Chemnitz, Prof. Dr. Gerd Strohmeier, hieß die anwesenden Gäste herzlich willkommen. Diese Initiative wird in einem Jahr, in dem Chemnitz als Kulturhauptstadt Europas ausgezeichnet wurde, besonders hervorgehoben. Die Notwendigkeit eines geeinten Europas, wie es bereits Winston Churchill im Jahr 1946 thematisierte, wird durch die heutige geopolitische Lage erneut deutlich. Aktuelle Herausforderungen wie der völkerrechtswidrige Angriffskrieg Russlands gegen die Ukraine, Gewaltausbrüche im Nahen Osten und der Aufstieg des Rechtspopulismus machen deutlich, dass die Rolle der Hochschulen im europäischen Einigungsprozess von zentraler Bedeutung ist, um Frieden und Sicherheit zu gewährleisten.

Die European Cross-Border University Across fördert gezielt die Zusammenarbeit über Länder-, Kultur- und Fachgrenzen hinweg. Verantwortlich für die Initiative sind vier europäische Grenzregionen, die etwa 200 Millionen Bürger repräsentieren. Insgesamt sind zehn Universitäten involviert, darunter auch eine Institution aus der Ukraine, mit etwa 100.000 Studierenden und 10.000 Beschäftigten. Ziel ist es, grenzüberschreitendes Forschen und Lehren zu etablieren sowie demokratische Werte, Toleranz und Vielfalt zu fördern. In diesem Zusammenhang zeigt die TU Chemnitz, welche 14,4 Millionen Euro Förderung von der EU im Rahmen der European University Initiative erhalten hat, einmal mehr ihren Einfluss und ihre Verantwortung im europäischen Hochschulsystem.

Initiative Across für eine gemeinsame Zukunft

Die TU Chemnitz hat die Federführung in der Allianz „Across – The European University for Cross-Border Knowledge Sharing“ übernommen. Mit neun Partneruniversitäten in europäischen Grenzregionen will die Initiative einen einzigartigen Hochschulraum entwickeln, der sowohl Herausforderungen als auch Chancen in diesen Regionen adressiert. Dazu zählen Universitäten wie Udine (Italien), Girona (Spanien) und Białystok (Polen). Geplant sind Maßnahmen zur Intensivierung der zwischenuniversitären Beziehungen sowie zur Förderung von Internationalisierung und Digitalisierung in Lehre, Weiterbildung und Forschung.

Ein besonderes Augenmerk liegt auf den Prinzipien der Nachhaltigkeit und Inklusion. Die Einrichtung von Cross-Border-Engagement-Centern, die als Orte der Zusammenarbeit von Wissenschaft, Unternehmen und Zivilgesellschaft fungieren sollen, wird ebenfalls angestrebt. Diese strategischen Schritte sind Teil einer größeren Strategie der Europäischen Union, die die Rolle der Hochschulen als Leuchttürme der europäischen Lebensweise stärken möchte.

Der Beitrag von Hochschulen zur europäischen Integration

Gemäß der Europäischen Union spielen Hochschulen eine Schlüsselrolle bei der Verwirklichung eines gemeinsamen Bildungsraums und der Entwicklung nachhaltiger Volkswirtschaften. Europa kann auf nahezu 5000 Hochschuleinrichtungen, 17,5 Millionen Studierende und 1,35 Millionen Lehrende verweisen. Ziel der EU ist es, bis 2030 45 % der 25- bis 34-Jährigen mit einem Hochschulabschluss auszustatten. Die Hochschulbildung wird als entscheidend für die Bereitstellung von Beschäftigungsmöglichkeiten und zur Verbesserung der internationalen Wettbewerbsfähigkeit angesehen.

Die EU-Strategie umfasst mehrere Leitziele, darunter die Stärkung der europäischen Dimension im Hochschulbereich und die Unterstützung von Universitäten im grünen und digitalen Wandel. Die transnationale Zusammenarbeit wird als unerlässlich erachtet, um die vielfältigen Herausforderungen der heutigen Zeit zu bewältigen. Vor diesem Hintergrund wird die Initiative „Across“ als ein wesentlicher Baustein für Solidarität und Innovationskraft in Europa betrachtet, wobei der Fokus auf Zusammenarbeit und Austausch zwischen Bildungseinrichtungen gelegt wird.

Insgesamt zeigen die Aktivitäten an der Technischen Universität Chemnitz und die Gründung der European Cross-Border University Across, wie europäische Hochschulen gemeinsam an der Gestaltung einer friedlicheren und kooperativen Zukunft arbeiten.