Die Energiefabrik Knappenrode, ein ehemaliger Standort für die Produktion von Braunkohlenbriketts, bereitet sich auf ein außergewöhnliches Event vor. Vom 6. bis 9. November 2025 wird die erste Ausgabe von „Herrnhuter Fabrik.Leuchten“ stattfinden, das zahlreiche Tausend Besucher in die Region Hoyerswerda anziehen soll. Diese Veranstaltung verspricht, die Energiefabrik in ein festliches Licht zu tauchen, und wird von vielfältigen musikalischen, kreativen sowie kulinarischen Angeboten begleitet. Museumschefin Maria Schöne beschreibt das Event als ein symbolisches Greifen nach den Sternen, während die Fabrik in weihnachtlichem Glanz erstrahlt. Im Jahr 2024 erlebte ein ähnliches Event im Findlingspark Nochten rund 15.000 Gäste.
Die Energiefabrik Knappenrode hat eine bewegte Geschichte. Am 25. Februar 1993, um 11 Uhr, wurde die Produktion von Braunkohlenbriketts mit dem letzten Ertönen der Dampfsirene eingestellt. Über 75 Jahre hinweg wurden hier 67,3 Millionen Tonnen Braunkohlenbriketts produziert. Der Einsatz für den Erhalt und die museale Nutzung des Geländes wurde unter anderem von Wilfried Sauer vorangetrieben, der nach der Schließung der Fabrik bereits 1989 für deren Bewahrung eintrat. Am 18. Juni 1994 öffnete das Gelände schließlich als Museum und gehört heute zum Zweckverband Sächsisches Industriemuseum.
Einblick ins Bergbaumuseum
Das größte Bergbaumuseum des deutschen Braunkohlenbergbaus zieht jährlich etwa 20.000 bis 26.000 Besucher an. Die Energiefabrik Knappenrode ist nicht nur für ihre historischen Exponate bekannt, sondern auch für ihre moderne Ausstattung. Nach einem dreijährigen Umbau, der 2020 abgeschlossen wurde, erwartet die Gäste eine neue Dauerausstellung, die die Geschichte des Bergbaus und die Entwicklung des Lausitzer Seenlandes auf interaktive Weise vermittelt. Ein Medienguide ermöglicht den Zugang zu Bildern, Tonsequenzen, Videos und 3D-Animationen und macht den Besuch zu einem multimedialen Erlebnis.
Zusätzlich zu den Ausstellungen bietet die Fabrik viele Aktivitäten für Familien und Interessierte. Dazu gehören der „Fabrik.Erlebnis.Rundgang“, eine Aussichtsplattform namens „Lausitz-Blick“ in 37 Metern Höhe sowie ein überdachter Abstellbereich für Radreisende und die Möglichkeit, E-Autos und E-Bikes aufzuladen.
Denkmalschutz und Bedeutung
Das Gelände steht unter Denkmalschutz und wird von der Stadt Hoyerswerda sowie dem Landkreis Bautzen getragen. Die Brikettfabrik selbst wurde 1918 in Betrieb genommen und stellte bis 1993 Briketts her. Der Umbau in den Jahren 2017 bis 2020 kostete rund 15,4 Millionen Euro und wurde durch verschiedene Fördermittel finanziert. Teile der alten Ausstellung sind heute nicht mehr zugänglich, doch die Energiefabrik hat sich zu einem wichtigen kulturellen Anziehungspunkt entwickelt, der Teil der Europäischen Route der Industriekultur ist.
Das anstehende Event „Herrnhuter Fabrik.Leuchten“ könnte eine weitere Möglichkeit bieten, die Verbindung zwischen der Geschichte des Bergbaus und modernen kulturellen Initiativen zu stärken und neue Besucher in die faszinierende Welt der Energiefabrik zu ziehen.