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Steinzeitlicher Fund in Barleben: Lebende Schildkröten als Snack entdeckt!

Unerwarteter Snack: Die versteckte "Steinzeitküche" der Neandertaler

Während heutzutage Dosen-Ravioli oder Mini-Salamis bei Wanderungen oder Ausflügen als Snack dienen, griffen unsere Vorfahren in der Steinzeit offenbar zu lebenden Schildkröten. Ein ehrenamtlicher Mitarbeiter der Bodendenkmalpflege entdeckte Fragmente des Panzers einer Europäischen Sumpfschildkröte aus der Eiszeit in einem Kieswerk in Barleben-Adamsee bei Magdeburg in Sachsen-Anhalt. Forscher stellten fest, dass die Teile zwischen 42.000 bis 50.000 Jahre alt sind.

Der Fund legt nahe, dass die Schildkröten als Proviant für Neandertaler auf längeren Reisen dienten. Das proteinreiche helle Fleisch der Tiere, das geschmacklich zwischen Fisch und Truthahn liegt, versorgte die Menschen mit Nährstoffen, insbesondere wenn die Jagd auf Großwild erfolglos blieb. In der Steinzeit wurden die Schildkröten entweder gegrillt oder ihr Panzer wurde aufgebrochen, um eine Suppe zuzubereiten.

Ob eiszeitliche Jäger oder Neandertaler die Sumpfschildkröten in kältere Gebiete brachten, ist Gegenstand weiterer Forschung. Obwohl die Reptilien heute hauptsächlich in warmen Regionen wie Kroatien, Sardinien oder der Türkei vorkommen, sind sie auch in Deutschland, Lettland und Polen vereinzelt anzutreffen. Die ungewöhnliche Entdeckung wirft interessante Fragen auf und eröffnet Einblicke in die Ernährungsgewohnheiten und Reisemuster der Steinzeitmenschen.

Lebt in Albersdorf und ist seit vielen Jahren freier Redakteur für Tageszeitungen und Magazine im DACH-Raum.
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