Im Altmarkkreis Salzwedel steht ein Kampfsportverein in Klötze unter schwerem Verdacht, ein Treffpunkt für Neonazis zu sein. Der Vereinsvorsitzende Thomas Korell, der auch als Direktkandidat der AfD für die Bundestagswahl aufgestellt wurde, sieht sich mit erhobenen Vorwürfen konfrontiert. Laut Tag24 gibt es besorgniserregende Hinweise auf eine Verstrickung des Vereins in rechtsextremistische Aktivitäten. Auf der Facebook-Seite des Vereins wurden Mitglieder in T-Shirts mit rechten Aufdrucken gesehen, die zudem dem Hitlergruß posierten. Diese Bilder sind mittlerweile gelöscht worden, jedoch bleibt die Öffentlichkeit besorgt.
Der Landessportbund Sachsen-Anhalt hat bereits angekündigt, seine finanziellen Förderungen an den Verein zu überprüfen. Seit 2020 erhielt der Kampfsportverein etwa 6.000 Euro. Diese Überprüfung erfolgt insbesondere nach Hinweisen des Bundesfachverbands Kickboxen (WAKO), der den Fall dem Deutschen Olympischen Sportbund meldete. Der Verein hat in der Folge eine neue Kleidervorschrift eingeführt, welche nur noch trägerneutrale Sportkleidung erlaubt, um einem „weltoffenen und toleranten Auftreten“ Rechnung zu tragen.
Verbindungen zur Neonaziszene
Die Organisation „Jedes Jahr im Sommer“ hat die Gesinnung und die Duldung von Neonazis im Verein thematisiert. Sie berichten, dass der Klötzer Kampfsportverein enge Verbindungen zur Neonaziszene aufweist. Ein Gruppenfoto, das im Oktober 2024 aufgenommen wurde, zeigt Teilnehmer mit T-Shirts von rechten Kampfsport-Events. Diese Events sind darauf ausgerichtet, Neonazis zu mobilisieren, wobei die Veranstaltung „Kampf der Nibelungen“ seit 2019 behördlich verboten ist.
Besonders brisant ist die Tatsache, dass einige Mitglieder des Vereins, darunter Lars Richter und Florian Müller, nachweislich an Neonazi-Demonstrationen teilgenommen haben. Laut den Berichten haben sie eine aktive Rolle in dieser subkulturellen Szene eingenommen. Korean, der sowohl Dachdecker als auch Sportler ist, wird als sportpolitischer Sprecher der AfD-Landtagsfraktion und Gründer des Vereins vorgestellt.
Problematik und Auswirkungen
Der Miteinander e.V. in Magdeburg, eine Organisation gegen Rechtsextremismus, hat die Situation als problematisch eingestuft. Sie befürchten, dass Rechtsextremismus durch solche Vereine normalisiert wird und eine besonders einladende Umgebung für die Jugend schafft. Thomas Korell selbst hat Anzeige gegen die Vorwürfe erstattet und betont, dass niemand aufgrund seines Outfits diskriminiert wird.
Die Kontroversen rund um den Klötzer Kampfsportverein illustrieren die Herausforderungen, mit denen politische Organisationen und Sportverbände konfrontiert sind, wenn es um den Umgang mit rechtsextremen Tendenzen im Sport geht. Während der Verein nach außen mulitkulturelle Werte zu vertreten versucht, werden massive Zweifel an der tatsächlichen Gesinnung seiner Mitglieder laut, wie auch umfassend von Sport und Politik analysiert wird.