Die Stadt Bopfingen bereitet sich intensiv auf die 212. Ipfmesse vor, die vom 4. bis 8. Juli 2025 stattfinden wird. Zu diesem Anlass erhalten die Ipfmess-Mädel, die traditionsgemäß die Veranstaltung repräsentieren, nach 14 Jahren neue Dirndl. Bürgermeister Dr. Gunter Bühler hat dabei betont, dass der Schnitt der bisherigen Dirndl nicht mehr zeitgemäß ist und eine Erneuerung dringend notwendig war. Nach einer ausführlichen Diskussion zwischen Ipfmesschefin Marina Gerner und Schneidermeisterin Petra Mailänder stehen nun erste Entscheidungen bezüglich der neuen Dirndl fest.
Das neue Design wird vorrangig in Rottönen gestaltet und wird aus einer Viskosemischung mit Bestickung gefertigt. Der Schurz wird in einer einfarbigen Ausführung angeboten. „Der Wiedererkennungswert der Ipfmess-Mädels ist wichtig, sie sollen sofort erkennbar sein“, so Bühler. Petra Mailänder hebt zudem hervor, dass das Wohlfühlen in dem Kleid ein entscheidender Aspekt bei der Auswahl des Designs ist.
Tradition trifft Modernität
In der Vorbereitung auf die Maßanfertigungen der neuen Dirndl werden alle Ipfmess-Mädel ausgemessen – Brust, Bauch, Hüfte und Schulter. Diese Maße sind wichtig, um genügend Stoff berechnen und bestellen zu können. Der Beginn der Näharbeiten ist geplant, sobald der Stoff eingetroffen ist. Dies zeigt den Drang, sowohl Tradition als auch moderne Anforderungen in das neue Gewand der Ipfmess-Mädel zu integrieren.
Die Wurzeln der Ipfmesse gehen auf das Jahr 1811 zurück. König Friedrich I. von Württemberg besuchte am 10. Juli jenes Jahres die Stadt Bopfingen. Dies führte zur Genehmigung eines Volksfestes und Jahrmarktes auf dem Ipf, das am 10. Juli 1812 offiziell stattfand. Die Ipfmesse ist heute nicht nur eine große kulturelle Veranstaltung, sie zieht jährlich hunderte von tausend Menschen an und bietet zahlreiche Marktstände, Fahrgeschäfte sowie Schausteller.
Einblick in die Geschichte
In den Jahren hat sich die Ipfmesse weiterentwickelt. Die Veranstaltung fand bis 1836/1837 aus unbekannten Gründen teilweise an anderen Orten statt. Die Tradition, dass die Ipfmesse in der ersten Juliwoche stattfindet, wurde jedoch etabliert. Der Ipf, von dem die Messe ihren Namen trägt, liegt etwa 200 Meter höher als das Stadtzentrum von Bopfingen, was historische Herausforderungen bei der Ausrichtung des Volksfestes mit sich brachte.
Heutzutage umfasst die Ipfmesse mehrere Tage mit einem breiten Spektrum an Aktivitäten. Am Ipfmessfreitag beginnt die Feierlichkeit mit einem traditionellen Feuerwerk, gefolgt von einem Umzug am Ipfmesssamstag, der durch die Innenstadt zieht. Am Sonntag startet der Tag mit einem ökumenischen Gottesdienst im Festzelt, während der Ipfmessdienstag als Familientag mit besonderen Vergünstigungen für Besucher gilt. Diese Elemente machen die Ipfmesse zu einer besonderen „fünften Jahreszeit“ in Bopfingen und Umgebung.
Mit der sich anbahnenden Umgestaltung der Kleider der Ipfmess-Mädel und der anstehenden Feierlichkeiten in 2025 zeigt sich, dass Bopfingen bereit ist, seine traditionsreiche Festkultur mit neuem Glanz zu beleben.