Im feierlichen Rahmen der Neujahrsansprache des Oberbürgermeisters von Kamenz, Roland Dantz, wurde am 3. Februar 2025 das 800. Jubiläum der Stadt gefeiert. Dantz gab bekannt, dass er in diesem Jahr sein Amt abgeben wird und hielt somit seine 20. Ansprache, die kürzer ausfiel als in den Vorjahren. Bei der Veranstaltung waren auch alle noch in Kamenz lebenden ehemaligen Bürgermeister eingeladen, wie Stadtsprecher Thomas Käppler mitteilte. Zwei der drei ehemaligen Bürgermeister, Karl Barthel und Lothar Kunze, nahmen die Ehrungen während dieser besonderen Gelegenheit an.
Die Jubiläumsmedaille der Stadt Kamenz, die anlässlich dieses bedeutenden 800-jährigen Bestehens aufgelegt wurde, ziert das Stadtwappen und den Schriftzug „800 Jahre Kamenz/Kamjenc 1225-2025“ sowie den bekannten Spruch von Lessing: „Das Vergnügen ist so nötig wie die Arbeit“. Karl Barthel, der von 1978 bis 1986 Bürgermeister war, erinnerte sich in seiner Rede an bedeutende Projekte, wie den Ausbau der Oststraße und den Bau von Kindergärten. Lothar Kunze, der von 1990 bis 2001 im Amt war, sprach über seine ersten Wochen der Amtszeit und hob die positive Entwicklung der Gewerbegebiete in Kamenz hervor.
Ehrung für Engagierte Bürger
Insgesamt wurden 20 Bürger mit der Ehrenmedaille der Stadt Kamenz ausgezeichnet. Die Vorschläge für diese Ehrungen kamen aus den Ortsteilen oder von verschiedenen Vereinen. Dantz nutzte die Gelegenheit, um den Geehrten für ihr Engagement in der Stadt zu danken. Die Bedeutung der Bürgerbeteiligung wurde in diesem Kontext einmal mehr sichtbar.
Die Stadt Kamenz, sorbisch Kamjenc, wurde erstmals am 19. Mai 1225 in einer Urkunde erwähnt. Das Jubiläum des Stadtgründung soll das Gemeinschaftsgefühl stärken und eine breite Bürgerbeteiligung fördern. Die Planungen wurden bereits 2020 gestartet und das Festkomitee konstituiert, das einen Countdown mit dem Start am 22. Oktober 2022 einleitete. Ziel ist, die Bürger aktiv in die Feierlichkeiten und Events einzubeziehen, um einen breiten Konsens zu schaffen.
Bürgerbeteiligung im Fokus
Eine wichtige Basis für die Gestaltung des Jubiläums ist die Einbeziehung der Bürger in Entscheidungsprozesse. Wie die Forschung zur Bürgerbeteiligung zeigt, ist eine aktive Teilnahme an solchen Veranstaltungen entscheidend für eine lebendige Demokratie. Konzepte wie partizipative Haushaltsansätze fördern die Mitgestaltung durch die Bürger und können dazu beitragen, dass ihre Stimmen in die politischen Abläufe integriert werden, was nicht nur für Kamenz, sondern für viele Städte von Bedeutung ist.
Im Fall von Kamenz sollen die Bürger durch verschiedene Formate aktiv werden, wie die Einreichung von Ideen für das Stadtjubiläum und die Teilnahme an Veranstaltungen. Dies unterstreicht die Relevanz von Gemeinschaft und Teilhabe, die in der Planung zur Feier des 800-jährigen Bestehens eine zentrale Rolle spielt. Die Stadt hat sich dazu entschlossen, ihren Bürgern die Möglichkeit zu geben, Teil dieser Geschichte zu werden und ihre Stimme einzubringen, was die Basis einer lebendigen und dynamischen Stadtgesellschaft darstellt.
Insgesamt zeigt sich, dass die Feierlichkeiten rund um das 800-jährige Bestehen nicht nur Rückblick auf eine lange Geschichte werfen, sondern auch den Blick in die Zukunft richten, indem sie die Bürger aktiv an der Gestaltung ihrer Stadt beteiligen. Weitere Informationen zur Geschichte und den Veranstaltungen rund um das Jubiläum finden interessierte Bürger auf kamenz.de sowie saechsische.de.
Die Diskussion rund um die Bürgerbeteiligung hat auch eine wissenschaftliche Dimension, wie die Analyse von partizipativen Konzepten aus verschiedenen Städten verdeutlicht. In einem Vergleich von verschiedenen Ansätzen zeigt sich, dass die Engagement-Qualität und die Vielfalt der Beteiligungsformate wesentlich zur Stärkung des bürgerschaftlichen Engagements beitragen können, was auch für die zukünftige Entwicklung von Kamenz von zentraler Bedeutung ist, wie es in der Forschung dargelegt wird. Weitere Details dazu sind in einer Bachelorthesis zu finden, die auf academia.edu veröffentlicht ist.