Sachsen-Anhalt

Joschka Fischer warnt: Langwieriger Prozess für EU-Beitritt weiterer Staaten

Joschka Fischer sieht Reformen als Voraussetzung für EU-Erweiterung - Warum steht die EU vor schwierigen Debatten?

Der ehemalige Außenminister Joschka Fischer hat prognostiziert, dass die EU-Erweiterung mit neuen Mitgliedstaaten ein langwieriger Prozess sein wird. Er betonte, dass es keine schnellen Fortschritte geben wird und verwies auf die aktuellen Schwierigkeiten im Agrarsektor, insbesondere in Bezug auf Getreide-Lieferungen. Fischer unterstrich die Bedeutung des gemeinsamen Agrarmarktes für alle Beteiligten und forderte gleichzeitig Reformen innerhalb der Europäischen Union, die seiner Meinung nach eine Voraussetzung für eine erfolgreiche Erweiterung darstellen. Er betonte, dass die EU sich verändern müsse, um weiterhin erfolgreich zu sein und warnte vor bevorstehenden schwierigen Debatten.

Die Außenministerin Annalena Baerbock schloss sich Fischers Standpunkt an und plädierte anlässlich des 20. Jahrestags der EU-Erweiterung um zehn Länder im Jahr 2004 für eine zügige Aufnahme von Beitrittskandidaten auf dem westlichen Balkan. Sie warnte vor gefährlichen „Grauzonen“ und betonte die Notwendigkeit, die Erweiterungspolitik der EU weiterzuentwickeln. Fischer und Baerbock nahmen an den Feierlichkeiten zum Jubiläum in Frankfurt (Oder) und Slubice teil und würdigten die Errungenschaften der Osterweiterung vor 20 Jahren.

In einem Rückblick auf die EU-Erweiterung vor zwei Jahrzehnten hob Fischer die positiven Auswirkungen hervor, die die Integration neuer Mitgliedstaaten wie Polen, Estland, Lettland, Litauen, die Slowakei, Slowenien, Tschechien, Ungarn sowie Malta und Zypern mit sich brachte. Er erinnerte an den symbolischen Moment, als er gemeinsam mit seinem Amtskollegen Wlodzimierz Cimoszewicz auf der Oderbrücke die Partnerschaft besiegelte. Fischer betonte die Bedeutung einer vereinten Europäischen Union angesichts der aktuellen geopolitischen Herausforderungen, insbesondere im Kontext des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine. Er stellte heraus, dass die EU als Einheit eine wichtige Rolle bei der Bewältigung solcher Krisen spielt und betonte die Vorteile einer starken und einigen Gemeinschaft in Zeiten der Unsicherheit.

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Thomas Müller

Lebt in Albersdorf und ist seit vielen Jahren freier Redakteur für Tageszeitungen und Magazine im DACH-Raum.
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