Das gemeinsame Abhörzentrum der Polizei in fünf ostdeutschen Ländern wird sich voraussichtlich um mehrere Jahre verzögern. Ursprünglich war geplant, dass das „Gemeinsame Kompetenz- und Dienstleistungszentrum (GKDZ)“ in Leipzig bereits 2024 betriebsbereit ist. An dem Projekt sind die Länder Berlin, Brandenburg, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen beteiligt. Doch nun berichtet das sächsische Innenministerium, dass IT-Probleme bei der Programmierung des Telekommunikationsüberwachungssystems (TKÜ) sowie personelle Schwierigkeiten bei der beauftragten Firma die Fertigstellung verzögern.Merkur berichtet.

Ein zentraler Grund für die Verzögerung liegt im starken Wettbewerb auf dem IT-Arbeitsmarkt, der es der beauftragten Firma erschwert hat, kurzfristig benötigte Fachkräfte zu finden. Das GKDZ beschäftigt derzeit 23 Mitarbeiter, jedoch sollen später etwa 40 Stellen geschaffen werden. Lob gibt es jedoch für die Fortschritte bei der Entwicklung, insbesondere durch baldige Tests mit einer Referenzanlage. Die Abhörzentrale soll Dienstleistungen zur Bekämpfung schwerer Kriminalität anbieten, wobei die Polizei Telekommunikationsüberwachung nur zur Aufklärung von Verbrechen wie Mord oder Terrorverdacht einsetzen darf.

Ungesicherter Zeitrahmen

Aktuell gibt es keinen festen Inbetriebnahmezeitpunkt für das Abhörzentrum. Der Zuschlag für die Software zur Telekommunikationsüberwachung wurde im vergangenen Jahr erteilt, jedoch liegt der Schwerpunkt derzeit auf der Softwareentwicklung und der Besetzung von IT-Stellen. Aufgrund der Komplexität des Projekts, das eine zentrale Abhörzentrale mit länderübergreifender Kooperation vorsieht, fehlen bundesweit Erfahrungen mit solchen Vorhaben.Sächsische berichtet.

Die ursprünglichen Planungen sahen eine Eröffnung des Zentrums bereits im Jahr 2021 vor, aber Verzögerungen, auch aufgrund der COVID-19-Pandemie, haben das Projekt zurückgeworfen. Momentan wurden sechs von insgesamt 38 Stellen besetzt, einschließlich Verwaltung. Ein Probebetrieb ist geplant, allerdings ist unklar, wann dieser beginnen wird. Ziel bleibt es, die Anzahl der Rechenzentren von fünf auf eine zentrale Einheit zu reduzieren, was eine effizientere Bearbeitung der Fälle ermöglichen soll.

Technische Herausforderungen

Die Herausforderungen für das Projekt sind vielfältig. Technische Probleme könnten die weitere Entwicklung gefährden, und auch das Zusammenspiel von Hard- und Software birgt Risiken. Dies sollte besonders aufmerksam verfolgt werden, da die Leistungsfähigkeit der beteiligten IT-Unternehmen maßgeblich für den Fortschritt des Projekts ist. In einem ähnlichen Kontext berichtet auch die nordrhein-westfälische Polizei von Problemen bei der Entwicklung ihrer Telekommunikationsüberwachungssoftware, die mehrmals umprogrammiert werden musste, um neuen gesetzlichen Anforderungen gerecht zu werdenWDR berichtet.

Die Verzögerungen beim GKDZ in Leipzig sind ein eindrückliches Beispiel dafür, wie komplexe IT-Projekte im öffentlichen Sektor oft mit unerwarteten Herausforderungen konfrontiert sind und wie wichtig es ist, eine koordinierte und schnelle Lösung zu finden, um die angestrebten Sicherheitsziele zu erreichen.