NeunkirchenPolitik

Katholische Kirche prüft Umgang mit AfD-Mitgliedern

Umgang mit AfD-Mitgliedern: Generalvikar spricht über neue Regeln und Handlungsmöglichkeiten in der katholischen Kirche

Die Frage, wie die katholische Kirche mit der AfD in ihren Reihen umgeht, beschäftigt aktuell das Bistum Trier. Eine Kirchengemeinde in Neunkirchen hat das Bistum gebeten zu prüfen, ob der AfD-Landtagsabgeordnete Christoph Schaufert aus den Gemeindegremien entlassen werden kann. Diesem Anliegen gehen die Experten des Bistums nach, um eine klare Vorgehensweise zu definieren. In einem Interview äußerte sich der Trierer Generalvikar Ulrich Graf von Plettenberg zu den Möglichkeiten, AfD-Mitglieder aus den kirchlichen Gremien zu entfernen.

Von Plettenberg erläuterte, dass aktuell die Justiziare gemeinsam mit dem Katholischen Büro in Berlin prüfen, ob eine einheitliche Vorgehensweise oder bundesweite Regelungen zur Handhabung von AfD-Mitgliedern in der Kirche sinnvoll sind. Einheitliche Regeln würden den Gemeinden Klarheit verschaffen und sicherstellen, dass Mitglieder nur unter bestimmten Voraussetzungen in den Gremien tätig sein können.

Er betonte, dass bereits bestehende Regelungen im Kirchenvermögensverwaltungsgesetz Möglichkeiten bieten, Mitglieder aus wichtigem Grund zu entlassen. Personen, die Positionen vertreten, die nicht mit den christlichen Grundsätzen vereinbar sind und gleichzeitig die Kirche repräsentieren, könnten somit sanktioniert werden. Diese Maßnahmen dienen dem Schutz der Glaubwürdigkeit der Kirche.

In Bezug auf Beschäftigte der Kirche, die extremen Positionen oder Organisationen nahestehen, stellte Von Plettenberg klar, dass eine AfD-Mitgliedschaft an sich bereits ein Statement ist. Die Distanzierung von extremen Haltungen und Äußerungen ist erforderlich, um weiterhin aktiv zu bleiben. Letztlich kann nur gegen diejenigen vorgegangen werden, die öffentlich rassistische oder fremdenfeindliche Meinungen propagieren.

Abschließend betonte der Generalvikar, dass die Entscheidung über die Mitwirkung von AfD-Mitgliedern in kirchlichen Gremien im Bistum Trier bei ihm liegt. Zukünftige Gespräche auf überdiözesaner Ebene könnten weitere Klarheit darüber bringen, wie mit dieser Thematik umgegangen wird. Angesichts radikaler werdender politischer Äußerungen sieht Von Plettenberg die katholische Kirche in der Verantwortung, diesen Strömungen entgegenzuwirken und die Grundrechte und Menschenwürde zu schützen.

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