Neuseeland hat seinen Botschafter im Vereinigten Königreich, Phil Goff, abberufen, nachdem er in einer Podiumsdiskussion bemängelt hatte, ob US-Präsident Donald Trump wirklich die Geschichte des Zweiten Weltkriegs versteht. Diese Äußerungen, insbesondere der Vergleich zwischen Trumps Friedensbemühungen in der Ukraine und dem Münchener Abkommen von 1938, wurden von Neuseelands Außenminister Winston Peters als „unhaltbar“ bezeichnet und spiegeln nicht die Ansichten der neuseeländischen Regierung wider. In einem Bericht von Al Jazeera wird erwähnt, dass Goff während der Diskussion auch Winston Churchills historische Warnungen zitierte, was die Situation verschärfte.
Winston Peters äußerte, dass Goffs Kommentare als „tief enttäuschend“ empfunden wurden. Das neuseeländische Außenministerium hat bereits Gespräche über Goffs Rückkehr nach Neuseeland eingeleitet. Goff, der seit 2023 Botschafter in London war, hat eine lange politische Karriere hinter sich, während derer er auch Ministerposten inne hatte und zweimal Bürgermeister von Auckland war. Der Außenminister unterstrich, dass die von Goff getätigten Äußerungen nicht den offiziellen Standpunkt seines Landes widerspiegeln, was die Krise verstärkt hat und als untragbar angesehen wird. Laut Yahoo ist die aktuelle diplomatische Situation auch durch ein Zerwürfnis zwischen dem Weißen Haus und Kiew kompliziert, was die militärische Hilfe der USA für die Ukraine betrifft.
Reaktionen und Kritik an der Abberufung
Die Abberufung von Goff hat sowohl nationale als auch internationale Reaktionen hervorgerufen. Die ehemalige neuseeländische Premierministerin Helen Clark kritisierte die Entscheidung und bezeichnete die Gründe dafür als „sehr dünne Ausrede“. Die öffentliche Meinung wird durch Goffs Geschichte und seine bedeutende Rolle in der neuseeländischen Politik beeinflusst. Seine Äußerungen wurden als notwendige Fragen zum Verständnis der Geschichte angesehen, insbesondere zum Umgang der USA mit diplomatischen Angelegenheiten und den historischen Parallelen zur gegenwärtigen geopolitischen Lage.
Goff hatte angeregt, dass Trump, der die Churchill-Büste ins Oval Office zurückgebracht hat, offensichtlich nicht die Warnungen aus der Geschichte berücksichtigt und somit falsche Entscheidungen treffen könnte. Dies ressultiert nicht nur in einem diplomatischen Dilemma, sondern wirft auch grundlegende Fragen zur internationalen Diplomatie auf. Laut Trier Universität sind solche historischen Bezüge entscheidend, um das Handeln von Staaten in der Gegenwart zu verstehen und zu bewerten.
Insgesamt führt die Abberufung Goffs und die damit verbundenen Umstände zu einer intensiven Diskussion über die Rolle von Diplomaten in der heutigen politischen Landschaft und der strengen Haltung der neuseeländischen Regierung gegenüber kritischen Aussagen ihrer Vertreter. Die Entwicklungen in Neuseeland könnten zudem Einfluss auf dessen Beziehungen zu den USA haben, insbesondere in Anbetracht der aktuellen Spannungen in der Ukraine und der Rolle, die Trump dabei spielt.