In Lauterburg stehen umfassende Umbaupläne für das Feuerwehrhaus an. Diese wurden vor kurzem dem Essinger Gemeinderat von dem Architekten Mathis Tröster vorgestellt. Das bestehende Feuerwehrhaus muss saniert, modernisiert und erweitert werden. Ziel dieser Maßnahmen ist es, den aktuellen Anforderungen an Sicherheit und Funktionalität gerecht zu werden.
Die geplanten Änderungen umfassen eine bedeutende Umstrukturierung des Erdgeschosses. Hier sollen getrennte Dusch- und Umkleidemöglichkeiten für Männer und Frauen geschaffen werden, sowie Platz für die sogenannte Schwarz-Weiß-Trennung von Einsatzkleidung und Alltagskleidung. Diese Trennung ist wichtig, um Kontaminationsrisiken zu minimieren und die Einsatzhygiene zu verbessern, was laut HFUK Nord einen positiven Trend darstellt.
Geplante Erweiterungen und Bedürfnisse
Im Obergeschoss soll der Aufenthaltsraum vergrößert werden, um genügend Platz für Schulungen zu bieten. Zudem ist ein Anbau an der Westseite des Feuerwehrhauses von rund 150 Quadratmetern geplant, in dem eine Fahrzeug- und Waschhalle untergebracht werden soll. Der bestehende Fahrzeugstellplatz wird in eine Werkstatt mit Lager umgewandelt, was die logistischen Möglichkeiten vor Ort erheblich verbessern sollte.
Ein großes Problem stellt die Parkplatzsituation dar, da die derzeitigen Parkplätze an der Nordseite wegfallen werden. Mögliche Alternativen beinhalten das Schaffen neuer Parkplätze auf einem Festplatz oder Grünfläche in Richtung „Zum Schlößle“. Auch der Abriss des Farrenstalls, der derzeit von Privatpersonen und Vereinen genutzt wird, könnte eine Möglichkeit sein, um mehr Parkraum zu schaffen und die Zufahrt zu verbessern. Die Gemeinde hat bisher den Erhalt des Farrenstalls als Priorität gesetzt.
Finanzierung und Ausblick
Die geschätzten Kosten für den Umbau des Feuerwehrhauses belaufen sich auf rund 2,5 Millionen Euro. Architekt Tröster muss bis zum Frühsommer einen neuen Entwurf ausarbeiten, dem der Gemeinderat noch zustimmen muss. Im besten Fall könnten bereits Ende 2025 Zuschussanträge beim Land gestellt werden. Die Bauarbeiten könnten dann idealerweise 2027 beginnen, während der laufende Betrieb fortgeführt wird.
Parallel zu diesem Projekt steht auch der Umbau des Feuerwehrhauses in Essingen auf der Agenda, dessen geschätzte Kosten bei rund 6 Millionen Euro liegen. Diese Schritte sind notwendig, um den Feuerwehrhäusern angemessene Arbeits- und Lebensbedingungen zu bieten. Die richtige Planung spielt dabei eine große Rolle. Wie die Sichere Feuerwehr betont, müssen Feuerwehrhäuser so gestaltet werden, dass sie nicht nur funktional, sondern auch sicher im Einsatzfall sind.
Insgesamt zeigen die Pläne für Lauterburg, dass ein Umschwung in der Betrachtung von Feuerwehrhäusern stattfindet. Sie sind mehr als nur Verwaltungsgebäude; sie sind kritische Infrastrukturen, die hohen Sicherheitsanforderungen genügen müssen und dabei gleichzeitig den Bedürfnissen der Einsatzkräfte gerecht werden sollen.