GesundheitRheinland-Pfalz

Migräne-Therapie: Zu wenig Hilfe in Rheinland-Pfalz

Unterversorgung in ländlichen Regionen: Wie wird Migräne-Patienten in Rheinland-Pfalz geholfen?

Mehr als zehn Prozent der Menschen in Deutschland leiden unter Migräne. Obwohl die Therapie fortschreitet, gibt es in Rheinland-Pfalz laut Angaben zu wenig Unterstützung für Betroffene. Ein konkretes Beispiel ist Dominika Schuhriemen aus Sommerloch im Kreis Bad Kreuznach, die regelmäßig unter starken Migräneanfällen leidet. Die unerträglichen Schmerzen zwingen sie zum sofortigen Schlaf und eine extreme Empfindlichkeit gegenüber Licht, Geräuschen und Gerüchen begleitet sie in diesen Phasen.

Migränepatienten wie Dominika fühlen sich während der Anfälle ausgeknockt und sind auf schnelle Hilfe angewiesen. Neurologen verschreiben spezielle Schmerzmittel wie Triptane, da gewöhnliche Medikamente bei Migräne kaum wirken. Dennoch mangelt es vielen Hausärzten an Wissen über die effektive Behandlung von Kopfschmerzen, wie Veronika Bäcker von der MigräneLiga e.V Deutschland kritisiert.

Die Informationsdefizite ziehen sich laut Bäcker durch die medizinische Versorgung auf dem Land, wo das Fachwissen über Migräne häufig begrenzt ist. Hinzu kommen lange Wartezeiten für Termine bei Neurologen, wie Dr. Ulrike von der Osten-Sacken vom Gesundheitszentrum Glantal berichtet. Sie betont, dass eine adäquate Behandlung auch durch Hausärzte erfolgen könnte und nicht ausschließlich auf Neurologen angewiesen sein sollte.

Die Regionen Eifel und Hunsrück in Rheinland-Pfalz stehen zudem vor Herausforderungen durch den Mangel an Neurologen und Spezialzentren für Schmerztherapie. Neue Therapieansätze wie die Antikörperbehandlung könnten für Migränepatienten eine Option sein, jedoch erfordern sie eine frühzeitige Einleitung der Behandlung. Trotz der Hürden in der Versorgung schöpft Dominika Schuhriemen Hoffnung aus der Behandlung im Gesundheitszentrum Glantal, wo sie die lang ersehnte Antikörper-Therapie erhält.

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Lebt in Steenfeld und ist seit vielen Jahren freier Redakteur für Tageszeitungen und Magazine im DACH-Raum.
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