Am Rosenmontag, dem 4. März 2025, verzeichneten die Sanitätsdienste in Mainz einen Anstieg medizinischer Einsätze im Vergleich zum Vorjahr. Bis zum späten Abend wurden in den Unfallhilfsstellen der Stadt 390 Menschen versorgt. Im Jahr 2024 lag die Zahl der Versorgungen noch bei 320, was die erhöhte Nachfrage in diesem Jahr verdeutlicht. Besonders auffällig war, dass mehr als 20 behandelte Minderjährige wegen übermäßigem Alkoholkonsum Hilfe benötigten.
Unter den betroffenen Jugendlichen befanden sich drei 14-Jährige, die alkoholbedingt behandelt werden mussten. Neben diesen Fällen mussten auch zahlreiche Verletzungen aufgrund von Stürzen, Streitigkeiten und Glasscherben versorgt werden. Zudem ist ein Herzinfarkt zu verzeichnen, der ebenfalls medizinisch behandelt werden musste. Trotz der zahlreichen Einsätze gab es erfreulicherweise keine lebensgefährlichen Verletzungen. Insgesamt wurden 53 Personen in ein Krankenhaus transportiert.
Zunahme von Alkoholproblemen bei Jugendlichen
Der Anstieg der alkoholbedingten Behandlungen bei Jugendlichen während des Karnevals ist alarmierend. Eine Analyse des Barmer Instituts für Gesundheitssystemforschung (bifg) zeigt, dass insbesondere 16- und 17-Jährige an Karnevalstagen häufig ins Krankenhaus eingeliefert werden müssen. Im Jahr 2020 waren es bundesweit 532 Teenager, die aufgrund starker Alkoholisierung medizinisch versorgt werden mussten. Im Gegensatz dazu lag die Zahl bei den 22- bis 23-Jährigen nur bei 107 Personen.
Dr. Ursula Marschall, Leitende Medizinerin bei der Barmer, betont die Notwendigkeit, Jugendliche über die Gefahren des übermäßigen Alkoholkonsums aufzuklären. Von Weiberfastnacht bis Rosenmontag 2020 mussten 2.332 Menschen wegen Alkoholexzessen ins Krankenhaus. Während des Karnevals 2021, der durch Lockdown-Maßnahmen geprägt war, sank die Zahl auf nur 576 Betroffene, was einem Rückgang von fast 75 Prozent entspricht. In diesem Jahr legt die Zahl jedoch nahe, dass derartige Einsätze möglicherweise wieder ansteigen könnten, nachdem die Corona-Beschränkungen allmählich gelockert wurden.
Die Lage in Mainz spiegelt somit eine breitere Problematik wider, die es dringend zu adressieren gilt. An den Karnevalstagen ist der Konsum von Alkohol besonders ausgeprägt, und die Sanitätsdienste stehen unter erhöhtem Druck, diesen Herausforderungen gerecht zu werden. Die Stadt und die Gesundheitsdienste müssen gemeinsam Strategien entwickeln, um die Gefahren des Alkoholmissbrauchs, insbesondere unter Jugendlichen, zu minimieren.
Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass der Rosenmontag 2025 in Mainz nicht nur ein Fest, sondern auch eine Herausforderung für die medizinischen Dienste darstellt. Es bleibt zu hoffen, dass die steigenden Zahlen an medizinischen Einsätzen in den kommenden Jahren nicht zur Norm werden.
FAZ berichtet, dass …
Zeit erwähnt zahlreiche medizinische Einsätze …
Barmer hebt die Problematik des Alkoholmissbrauchs hervor …