Biontech, das Unternehmen, das bekannt ist für seine mRNA-Technologie zur Bekämpfung von COVID-19, sieht sich aufgrund erheblicher finanzieller Verluste mit einem massiven Stellenabbau konfrontiert. Am Standort Marburg plant das Unternehmen, bis zu 350 von insgesamt 670 Vollzeitäquivalenten abzubauen. Dies geschieht in einem Kontext, der von hohen Investitionen in klinische Studien und einem dramatischen Rückgang der Umsätze geprägt ist. Ein Bericht von HNA führt aus, dass die Mitarbeiterzahl bis Ende 2027 in Europa und Nordamerika um 950 bis 1350 Vollzeitäquivalente verringert werden soll.

Im Jahr 2024 verzeichnete Biontech einen Nettoverlust von etwa 700 Millionen Euro, während die Umsätze von 3,8 Milliarden Euro im Jahr 2023 auf etwa 2,75 Milliarden Euro im Jahr 2024 fielen. Für 2025 wird ein weiterer Rückgang auf 1,7 bis 2,2 Milliarden Euro erwartet. Gleichzeitig soll die Forschung und Entwicklung mit Ausgaben zwischen 2,6 und 2,8 Milliarden Euro fortgeführt werden. Diese Entwicklungen haben auch Auswirkungen auf die Personalstruktur, da in Idar-Oberstein bis zu 150 von 450 Stellen gestrichen werden sollen.

Neuanstellungen und Forschungsfortschritte

Trotz der schwierigen finanziellen Lage plant Biontech den Aufbau von 800 bis 1.200 neuen Stellen, darunter etwa 350 in Mainz. Das Unternehmen verfolgt weiterhin ambitionierte Forschungsziele, insbesondere im Bereich der Behandlung von Krebserkrankungen durch mRNA-Technologien. Biontech entwickelt neue Krebstherapien, die darauf abzielen, das Immunsystem zu unterstützen und zu aktivieren. Laut Biontech werden dabei spezielle Tumormarker verwendet, die eine gezielte Immunreaktion ermöglichen sollen.

Die erste Marktzulassung für die neuen Krebstherapien ist für 2026 geplant, während wichtige Studiendaten für Darmkrebs bereits Ende 2024 oder Anfang 2025 erwartet werden. Besondere Fortschritte wurden auch bei der Entwicklung von Präparaten gegen Blasenkrebs und Darmkrebs erzielt. Ein Schlüssel zur Bekämpfung von Tumoren liegt in der Erkennung spezifischer Antigene, die in gesunden Zellen nicht vorkommen, wodurch das Immunsystem Krebszellen effektiv identifizieren und bekämpfen kann.

Marktveränderungen und strategische Übernahmen

Ein weiterer wichtiger Schritt für Biontech war die Übernahme der chinesischen Firma Biotheus, durch die sich das Unternehmen die weltweiten Rechte an dem Wirkstoffkandidaten BNT327 sichern konnte. Diese strategische Entscheidung könnte dazu beitragen, die Pipeline des Unternehmens zu erweitern und zukünftige Umsätze zu stabilisieren. Gleichzeitig wurden auch bei anderen Unternehmen in Hessen, wie Giebeler, Stellenabbau-Pläne bekannt gegeben, was auf eine allgemeine Erschütterung in der Branche hindeutet.

Insgesamt steht Biontech vor einer Herausforderung, die sowohl finanzielle als auch personelle Dimensionen umfasst. Die kommenden Jahre werden entscheidend sein, um zu sehen, wie das Unternehmen mit den momentanen Rückschlägen umgeht und ob die langfristigen Forschungsziele erreicht werden können.

Quellen

Referenz 1
www.hna.de
Referenz 3
www.biontech.com
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