Rheinland-Pfalz

Iran: Diskussion um Nachfolge – Chamenei bleibt unantastbar

Mächtiger Führer, brodelnde Unruhen und drohender Krieg: Die unsichere Zukunft des Iran.

Trotz seines hohen Alters bleibt Ajatollah Ali Chamenei, Irans Staatsoberhaupt, die mächtigste Person im Land. Diskussionen über seine Nachfolge sind bereits in vollem Gange. Mit einem drohenden Krieg zwischen Iran und Israel richten sich die Blicke auf Chamenei, der seinen 85. Geburtstag in dieser angespannten Zeit begeht. Als Oberbefehlshaber der iranischen Streitkräfte hat er das letzte Wort im Falle eines israelischen Gegenschlags.

Chamenei, der seit über 30 Jahren als Revolutionsführer fungiert, hat das politische System weitgehend personalisiert und setzt auf eine neue Generation radikaler Kräfte, insbesondere seit den Massenprotesten von 2009. Die Zukunft der Islamischen Republik wird heftig diskutiert, wobei viele Experten die Revolutionswächter als zentrale Akteure in der Zukunft des Landes sehen. Die Revolutionsgarden, als ideologische Elitestreitkräfte, könnten ihre Macht konsolidieren und sich auf militärische Stärke stützen, um die Region zu beeinflussen.

In einer Zeit des Übergangs für den Iran warnt die Politikwissenschaftlerin Zamirirad vor möglicher Instabilität, verschärften Machtkämpfen und Umsturzversuchen. Das Land steht vor einem Nachfolgedilemma, bei dem die Ernennung eines Nachfolgers das Risiko birgt, dass der amtierende Machthaber an Einfluss verliert. Andererseits kann eine Nichtbestimmung eines Nachfolgers zu Konflikten führen. Angesichts dieser Unsicherheit bereitet sich die iranische Führung intensiv auf die bevorstehende Transition vor, aber die Zukunft bleibt trotzdem ungewiss.

Lebt in Steenfeld und ist seit vielen Jahren freier Redakteur für Tageszeitungen und Magazine im DACH-Raum.
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