Barbara Broccoli, die Produzentin der James-Bond-Filme, ist in einem Konflikt mit Amazon, dem neuen Besitzer der MGM-Filmstudios. Amazon hatte 2022 die Studios für 8,45 Milliarden Dollar erworben, obwohl Analysten den Wert auf etwa 5 Milliarden Dollar schätzten. Die Transaktion beinhaltete vermutlich 50 Prozent der Rechte an der ikonischen James-Bond-Marke. Broccoli, die als kreative Hüterin des Erbes fungiert, zeigt sich jedoch skeptisch gegenüber den Vertriebsstrategien von Amazon und dessen Bestrebungen, das Franchise in eine neue Richtung zu lenken. Während Amazon auf datengetriebenen Entscheidungen besteht, setzt Broccoli auf ihre langjährige Erfahrung im Filmgeschäft. Dies führt zu Spannungen zwischen den beiden Seiten, da sie Amazon-Mitarbeiter als „verdammte Idioten“ bezeichnet haben soll [Tagesschau] berichtet, dass die Beziehung zwischen Broccoli und Amazon stark angespannt ist.
Ein entscheidendes Problem liegt in den kreativen Visionen der beiden Parteien. Amazon sieht Potenzial für ein „Marvel-style“ Universum mit Spin-offs und weiteren Filmprojekten, während Broccoli kein Interesse an solch radikalen Vermarktungsstrategien hat. Berichten zufolge gibt es vertragliche Regelungen, die besagen, dass der neue James-Bond-Film zuerst im Kino erscheinen muss. Diese Bedingungen erschweren es Amazon, kurzfristige Pläne umzusetzen [World of Reel] erwähnt die Schwierigkeiten hinter den Kulissen.
Künftige Entwicklungen im Bond-Universum
Die Veröffentlichung eines neuen Bond-Films steht in der Schwebe, da erhebliche Drehbuchprobleme und uneinheitliche Vorstellungen über die zukünftige Richtung des Franchise bestehen. Analyst Ajay Chowdhury schätzt, dass der nächste Film frühestens Ende 2027 erscheinen wird. Mögliche Kandidaten für die Hauptrolle sind die Schauspieler Joe Alwyn und Jack Lowden. Es gab Spekulationen über eine weibliche Hauptrolle, die jedoch nicht weiterverfolgt wurden.
Die Ungewissheit über die Modernisierung des James-Bond-Franchise ist spürbar, insbesondere da die Rechte an den originalen Romanen von Ian Fleming im Jahr 2034 auslaufen werden. Broccoli hat zudem Verpflichtungen für ein „Sing Street“-Musical, das im Sommer 2025 anläuft, sowie für eine Filmadaption von „Othello“ mit Daniel Craig, die 2026 in Produktion gehen könnte. Diese zusätzliche Last könnte die Entwicklung eines neuen Bond-Films zusätzlich belasten [World of Reel].
Die Rechte an James Bond
Die Kontrolle über die James-Bond-Filme liegt bei EON Productions, einer Tochtergesellschaft von Danjaq LLC und Metro-Goldwyn-Mayer (MGM). MGM ist seit 1981 in Partnerschaft mit Danjaq aktiv, um die Produktion der Filme zu überwachen. Die Übernahme durch Amazon hat dazu geführt, dass alle 25 James-Bond-Filme nun auf Prime Video verfügbar sind. Die Herausforderungen, die Amazon zu meistern hat, umfassen neben der künftigen filmischen Ausrichtung auch die Gefährdung der rechtlichen Besitzverhältnisse, wie die Geschichte zahlreicher rechtlicher Auseinandersetzungen im Zusammenhang mit Charakteren wie Ernst Blofeld zeigt [Screen Rant].