Am 8. März 2025 wurde der 80. Jahrestag der Einnahme der Ludendorff-Brücke in Remagen gefeiert, ein historisches Ereignis, das als bedeutender Wendepunkt im Zweiten Weltkrieg gilt. Der rheinland-pfälzische Ministerpräsident Alexander Schweitzer würdigte die Brücke als „Symbol für Frieden, Demokratie und Freundschaft“ und erinnerte an die Schrecken und das Leid, die in der Folge des Krieges entstanden sind. Die Veranstaltung, die Kranzniederlegungen an den Brückentürmen umfasste, wurde organisiert vom Bildungs- und Berufsentwicklungsverband sowie dem Verein Friedensmuseum Brücke von Remagen.

Unter den Anwesenden waren auch Landrätin Cornelia Weigand und Bürgermeister Björn Ingendahl, sowie Mitglieder der Association of the United States Army (AUSA). Vereinsvorsitzende Karin Keelan betonte die Bedeutung des Gedenkens an die damals Gefallenen und die historische Relevanz der Ereignisse von 1945.

Das Erbe der Ludendorff-Brücke

Die Ludendorff-Brücke, die zwischen 1916 und 1918 erbaut wurde, war während des Zweiten Weltkriegs die letzte intakte Rheinbrücke, die nicht von der deutschen Seite gesprengt wurde. Ihr Erhalt ermöglichte es den amerikanischen Truppen, einen entscheidenden Brückenkopf unterhalb der Erpeler Ley zu errichten. Auf die Brücke überquerten innerhalb eines Tages 8000 Soldaten und zahlreiche Fahrzeuge, nachdem der geplante Sprengversuch der Wehrmacht gescheitert war. Historiker Mike Clauss erinnerte bei den Gedenkfeierlichkeiten daran, dass rund 200 Menschen im Eisenbahntunnel Schutz gesucht hatten.

Am Abend des 17. März 1945 stürzte die Brücke schließlich ein und riss 28 US-Soldaten mit sich in den Tod. General Dwight D. Eisenhower kommentierte die Lage mit den Worten: „Die Brücke ist ihr Gewicht in Gold wert.“ Die Eroberung führte zu einem massiven Einsatz von über 25.000 US-Soldaten, die über die Brücke transportiert wurden. Historische Quellen belegen, dass die Brücke nach ihrer Eroberung nicht nur eine strategische Bedeutung hatte, sondern auch rasch in den Medien thematisiert wurde, was ihre Mythologisierung vorantrieb.

Friedensmuseum Brücke von Remagen

Das Friedensmuseum, das 1980 eröffnet wurde, wurde von Hans Peter Kürten initiiert, der von 1965 bis 1994 Bürgermeister von Remagen war. Er stellte fest, dass es außer den Ruinen der Brückentürme keine Erinnerungen an die Ereignisse von 1945 gab und setzte sich für die Gründung des Museums ein. Seit seiner Eröffnung hat das Museum über 800.000 Besucher angezogen und thematisiert die Kriegsgefangenenlager der US-Army in Remagen und Sinzig zwischen April und Juli 1945. In dieser Zeit waren rund 170.000 Wehrmachtsangehörige in Remagen und bis zu 118.000 in Sinzig untergebracht, während das International Committee of the Red Cross von der US-Army bis 1946 vom Besuch der Lager ausgeschlossen war.

Das Museum hat auch eine eigene Abteilung, die sich mit den Auswirkungen des Krieges und der Frage von Frieden beschäftigt, im Einklang mit dem Motto des Gründers. Aktuell ist das Museum aufgrund von Umbauten geschlossen, doch der Verein, der es leitet, fördert weiterhin Friedens- und Jugendprojekte zur Aufklärung.

Die Ereignisse rund um die Ludendorff-Brücke und die Gründung des Friedensmuseums erinnern nicht nur an die Schrecken des Krieges, sondern stehen auch für die Hoffnung auf Frieden und Versöhnung in Europa. Die langjährige Verbundenheit von Rheinland-Pfalz mit den USA und die Dankbarkeit für die Zusammenarbeit wurden von Ministerpräsident Schweitzer in besonders eindringlicher Weise unterstrichen.

Für Details zur Brücke und zur Geschichte des Friedensmuseums besuchen Sie die Seiten von ksta.de, remagen.de und rheinische-art.de.