Die größte Bildungsmesse Europas, die Didacta, steht vor der Tür und beginnt am kommenden Dienstag, dem 11. Februar 2025, in Stuttgart. Im Vorfeld sorgt die Teilnahme der Alternative für Deutschland (AfD) an der Messe für rege Aufregung und Protest. Die AfD hat als erster politischer Aussteller einen Stand angemeldet, gefolgt von weiteren Parteien wie der CDU und den Grünen. Dies hat ein breites Bündnis aus Schüler-, Eltern- und Lehrerverbänden mobilisiert, das vehement gegen die Teilnahme der AfD protestiert.

In einem gemeinsamen Schreiben fordern die Verbände den Ausschluss der AfD von der Didacta und kritisieren, dass die Messe kein Forum für demokratiefeindliche Parteien bieten dürfe. Die AfD wird von diesen Gruppen als „Demokratiefeinde“ eingestuft, und es wird gewarnt, dass ihre Ideologien legitimiert werden könnten. Die Bildungsgewerkschaften äußern ihren Unmut über die Situation und kündigen politische Proteste an, während die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) sowie der Verband Bildung und Erziehung (VBE) eine Zusammenarbeit mit der AfD ablehnen.

Proteste und Forderungen

Die Gegner der AfD-Teilnahme haben bereits eine Online-Petition gestartet, die rund 14.000 Unterschriften gesammelt hat. In ihren öffentlichen Äußerungen äußern die Bildungsverbände, dass sie der AfD nicht das Feld überlassen möchten. GEW-Landessprecher Matthias Schneider betont, dass man die Teilnahme der AfD kritisch beobachtet und plant, kreativen Protest zu organisieren. Zudem hat die GEW zusätzliche Informationsmaterialien über den Umgang mit Rechtsextremismus bereitgestellt.

Auf der Didacta wird das Titelthema „Demokratiebildung“ sein, welches die Diskrepanz zur Präsenz der AfD besonders hervorsticht. Die Messe Stuttgart und der Didacta-Verband haben erklärt, dass sie aufgrund der geltenden Neutralitätspflicht gegen Extremismus keine rechtliche Handhabe für einen Ausschluss der AfD haben. Politische Institutionen sind demnach als Aussteller erlaubt, was die aktuelle Kontroverse weiter anheizt.

Reaktionen der Bildungspolitik

Die politische Reaktion auf die Anmeldung der AfD ist vielfältig. Die SPD kritisiert die Zulassung des Stands scharf und fordert strengere Regeln für die Messe. Zudem haben einige Fachkräfte aus der Bildungsbranche angekündigt, nicht an der Didacta teilzunehmen, um ein Zeichen gegen die AfD zu setzen. Auch der BW-Städtetag äußert Bedenken, da er warnt, durch Proteste der AfD zusätzliche Aufmerksamkeit zu schenken, die ihr möglicherweise nützt.

Die Messe Stuttgart sieht in der politischen Teilnahme an der Didacta allerdings keine Probleme und betrachtet sie als Plattform für den Austausch über Bildung. Trotz der alarmierenden Lage plant die Messe, die Sicherheit ihrer Aussteller zu gewährleisten und die Situation aufmerksam zu beobachten. Die Vorbereitungen für die Didacta, bei der über 700 Aussteller und rund 1.500 Veranstaltungen angekündigt sind, laufen derweil unaufhörlich weiter.

Bei all den Diskussionen um die politische Ausrichtung der Messe bleibt abzuwarten, wie sich die Proteste und das Engagement der Bildungsverbände weiterentwickeln werden. Auch der Dialog zwischen dem Didacta-Verband und der AfD wird im weiteren Verlauf im Fokus stehen.

Zusammenfassend fordert das Bündnis von Bildungsakteuren nicht nur den Ausschluss der AfD, sondern macht auch klar, dass eine klare Haltung gegen extremistische Strömungen und Ideologien notwendig ist, um ein starkes Zeichen für die Demokratie zu setzen.

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