Am 15. Januar 2025 stellte Professor Dr. Ottmar Ette seinen neuen Roman „Mein Name sei Amo“ im Senatssaal der Viadrina vor. Dieser Roman basiert auf dem Leben des ersten afrodeutschen Philosophen Anton Wilhelm Amo, der im 18. Jahrhundert lebte und eine bewegte Geschichte hat. Amo, als Kind aus Ghana verschleppt, wurde über die Niederlande nach Deutschland gebracht. Später wurde er als öffentliche Figur bekannt und lehrte an mehreren Universitäten in Deutschland, darunter Wittenberg und Halle. Ette erklärte während der Veranstaltung die Bedeutung von Amos Lebensgeschichte, die stark mit europäischem Kolonialismus und Rassismus verbunden ist, und gab Einblicke in die Hintergründe seines Schreibens.

Die Präsentation des Romans lenkte auch auf die Herausforderungen ab, die Ette beim Schreiben bewältigen musste. Der Autor wechselte von einem Sachbuch über Amo, das er 2020 veröffentlicht hatte, zu fiktionalen Erzählungen, um die Komplexität von Amos Leben plastischer darzustellen. Ein einzigartiges Element in der Erzählung ist der Pudel Zep, der Amo bis zu seinem Lebensende begleitet und als ungewöhnliche Erzählerfigur agiert.

Die Hintergründe Anton Wilhelm Amos

Anton Wilhelm Amo, geboren um 1703 in Nkubeam bei Axim an der Goldküste, gilt als der erste bekannte Philosoph afrikanischer Herkunft in Deutschland. Er kam 1707 nach Europa und wurde möglicherweise versklavt oder zur Ausbildung geschickt. Amo war Teil des Volks der Nzema und wurde in Wolfenbüttel im Jahr 1708 evangelisch getauft. Seine akademische Laufbahn führte ihn an die universitären Institutionen in Halle und Jena, wo er unter anderem Kurse in Astronomie und Geheimschrift anbot. Im Jahr 1746 kehrte er nach Afrika zurück und wurde dort letztlich als Wahrsager bekannt. Sein genaues Todesdatum ist bis heute unbekannt, auf einem Grabstein findet sich jedoch die Jahreszahl 1784.

Die Relevanz von Anton Wilhelm Amo erstreckt sich über die Grenzen der Philosophie hinaus und ist stark in den Kontext des europäischen Kolonialismus eingebettet. Der koloniale Diskurs, der eine moralische Legitimierung für Sklaverei und Kolonialismus suchte, schuf eine rassistische Rechtfertigung, die die Diversität der afrikanischen Gesellschaften ignorierte. Diese komplexen historischen und kulturellen Hintergründe verdeutlichen auch, wie europäische Begriffe die Wahrnehmung von Afrika prägten.

Die Bedeutung der Sprache im kolonialen Diskurs

Der kolonialistische Diskurs hat eine grundlegende Rolle in der Konstruktion von Identitäten und Machtverhältnissen gespielt. So wurde Afrika oft als das unterlegene „Andere“ dargestellt, was die Entstehung von Rassentheorien begünstigte. Abwertende Begriffe, die bis heute in der deutschen Sprache Verwendung finden, reflektieren diese kolonialen Stereotype und zeigen das Ungleichgewicht zwischen „Natur“ (Afrika) und „Kultur“ (Europa). Angesichts der anhaltenden Auseinandersetzung mit den Folgen des Kolonialismus ist eine kritische Reflexion der Sprache unabdingbar, um eine differenzierte Sicht auf die Geschichte der afrikanischen Diaspora zu entwickeln.

In der Präsentation von „Mein Name sei Amo“ stellte Ette einen Dialog zu diesen Thematiken her und ermutigte das Publikum, in Fragen zum Roman und zur historischen Figur Amo einzutreten. Dies führte zu einer regen Diskussion über Osman und die Herausforderungen, die afrikanische Stimmen in der europäischen Geschichtsschreibung und Literatur zunehmend annehmen.

Die Veranstaltung endete mit der Möglichkeit für die Besucher, sich den neuen Roman von Ottmar Ette signieren zu lassen, was das Interesse an einer Figur wie Anton Wilhelm Amo, deren Erbe bis heute nachwirkt, widerspiegelt.

Für weitere Informationen über Anton Wilhelm Amo und seine Bedeutung in der Geschichte siehe Wikipedia. Details über die kulturellen Unterschiede und die Sprache im kolonialistischen Diskurs finden sich bei bpb.de.

Zusammenfassend lässt sich feststellen, dass der Roman von Ottmar Ette nicht nur eine literarische Hommage an Anton Wilhelm Amo ist, sondern auch einen wichtigen kulturellen Beitrag zur Auseinandersetzung mit Rassismus und den kolonialen Strukturen in Europa leistet.