Am 1. Februar 2025 wurde Nadine Wieman zur Prinzessin Nadine II. der Tusnesia Neuhofen ernannt. Die 23-Jährige träumte schon in ihrer Kindheit davon, Prinzessin zu werden. „Bereits als Kind wollte ich Prinzessin werden“, so die neue Inhaberin des Titels. Ihre Begeisterung für die Fasnacht, die heute als eine der bunten und ausgelassenen Zeiten des Jahres gilt, zieht sich durch ihre gesamte Jugend.

Die Fasnacht, auch bekannt als Karneval, Fasching oder Fastnacht, ist die sogenannte fünfte Jahreszeit, die vor Beginn der Fastenzeit gefeiert wird. Beginnend am Dreikönigstag, erleben Menschen aller Altersgruppen ein farbenfrohes Treiben voller Verkleidungen und festlicher Anlässe. Ursprünglich im Mittelalter verwurzelt, bietet diese Tradition den Raum, um vor der 40-tägigen Fastenzeit ausgelassene Feste zu feiern, in der der Verzehr bestimmter Nahrungsmittel untersagt war, wie Fleisch oder Milchprodukte. Die Entwicklung des Karnevals ist tief mit katholischen Traditionen verbunden und hat zum Beispiel den Begriff „Karneval“, was „Fleisch lebe wohl“ bedeutet, hervorgebracht.

Kulturelle Wurzeln und Feierlichkeiten

Die Ursprünge der Fastnacht sind nicht genau datierbar, beruhen jedoch auf Bräuchen, die bis in die germanische Zeit zurückreichen. So suchten die Menschen, symbolisch dargestellt durch teuflische Kostüme, durch Lärm den Winter zu vertreiben. Im Altertum feierten die Römer das „Saturnalienfest“, bei dem soziale Rollen getauscht wurden. Diese Traditionen haben sich über die Jahrhunderte weiterentwickelt, sodass bis heute die Verkleidung in fantasievollen Kostümen eine zentrale Rolle spielt.

In Deutschland gibt es eine Vielzahl von Hochburgern des Karnevals. Besonders größere Städte wie Köln, Düsseldorf, Mainz und Aachen sind bekannt für ihre prächtigen Umzüge und Feieranlässe. Speziell am Rosenmontag, der durch zahlreiche Umzüge und Feiern geprägt ist, kommen die Menschen zusammen, um ausgelassene Freude zu teilen – auch in Schulen und Kindergärten. Der erste Karnevalsumzug am Rosenmontag fand in Köln statt, was diese Stadt zu einem Zentrum des rheinischen Karnevals machte.

Traditionen und soziale Bedeutung

Über die Jahre hat sich die Rolle der Fasnacht gewandelt. Eine zentrale Bedeutung ist nicht nur der Spaß, sondern auch die soziale Funktion, die etwa in politischer Kritik ihren Ausdruck findet. Karneval wird heute als ein wichtiges Rollenspiel gesehen, das den sozialen Zusammenhalt fördert und Identität stiftet, besonders in Krisenzeiten. Die Vielfalt der regionalen Bräuche spiegelt sich in unterschiedlichen Ausrufen wie „Alaaf“ in Köln gerät und „Helau“ in Düsseldorf. Auch die UNESCO erkannte die kulturelle Bedeutung des rheinischen Karnevals und der schwäbisch-alemannischen Fastnacht als immaterielles Kulturerbe an.

Das gesellschaftliche Engagement hat heute an Bedeutung gewonnen, während der Fokus auf übermäßigen Alkoholkonsum abnimmt. Die Fastnacht wird immer mehr zu einer Plattform für gemeinsamen Spaß und solidarischem Miteinander, ganz wie es auch für Prinzessin Nadine II. eine Herzensangelegenheit ist.