Die Universität Potsdam hat sich erfolgreich im Professorinnenprogramm 2030 positioniert und gehört zu den 56 deutschen Hochschulen, die für ihre Gleichstellungskonzepte ausgezeichnet wurden. Nach Angaben von uni-potsdam.de können die Hochschulen nun Anträge auf bis zu drei Anschubfinanzierungen stellen, um Frauen auf unbefristete W2- oder W3-Professuren zu berufen.

Markus Blume, Vorsitzender der Gemeinsamen Wissenschaftskonferenz (GWK), hebt die Notwendigkeit hervor, mehr Frauen in der Wissenschaft zu integrieren, um Innovationen zu fördern und die internationale Wettbewerbsfähigkeit zu stärken. Derzeit sind an der Universität Potsdam über 40 Prozent der Professuren mit Frauen besetzt, was über dem deutschen Durchschnitt von 28 Prozent liegt.

Auszeichnungen und Erfolge

Die Universität wurde für ihr Engagement im Bereich Geschlechtergerechtigkeit mit dem Titel „Gleichstellungsstarke Hochschule“ ausgezeichnet. Prof. Dr. Barbara Höhle, Vizepräsidentin der Universität, bezeichnet den Erfolg im Professorinnenprogramm als Bestätigung der bisherigen Leistungen. Christina Wolff, zentrale Gleichstellungsbeauftragte, sieht in der Förderung ein wichtiges Signal für die Arbeit an Geschlechtergerechtigkeit und Diversität an der Hochschule.

Das Professorinnenprogramm 2030 baut auf den bisherigen Programmphasen seit 2008 auf, die bereits über 850 Professuren gefördert haben, um der sogenannten „Leaky Pipeline“ entgegenzuwirken. Diese beschreibt das Phänomen, dass Frauen zwar gut ausgebildet sind, jedoch nach der Promotion verstärkt den Anschluss im Wissenschaftssystem verlieren. Dementsprechend liegt der Frauenanteil unter Doktorandinnen bei 46 Prozent, unter Habilitandinnen bei 37 Prozent und in der Professorenschaft bei 28 Prozent. Diese Daten verdeutlichen die Herausforderungen, die es zu bewältigen gilt.

Förderprogramm und Finanzierung

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) hat ein Gesamtvolumen von 320 Millionen Euro für das Professorinnenprogramm 2030 bereitgestellt. Die aktuelle Programmphase läuft bis 2030 und ermöglicht den Hochschulen, individuelle Gleichstellungskonzepte einzureichen, die auch extern bewertet werden. Ein einheitliches Konzept erleichtert die Zusammenarbeit zwischen den Hochschulen, während die Einreichung individuell erfolgt.

Die Hochschulen, die im Rahmen des Programms ausgezeichnet werden, haben die Möglichkeit, sich um eine zusätzliche Förderung für Nachwuchswissenschaftlerinnen zu bewerben. Auch die frühere Evaluation der Programme zeigt, dass bereits signifikante strukturelle Entwicklungen angestoßen wurden.

Auf dem Weg zur Gleichstellung

Das BMBF verfolgt mit dem Professorinnenprogramm das Ziel, den Frauenanteil in wissenschaftlichen Spitzenpositionen nachhaltig zu erhöhen und gleichzeitig die Vielfalt in Forschung und Wissenschaft zu stärken. Initiativen wie der Girls’Day sollen Mädchen ermutigen, sich für MINT-Fächer zu interessieren. Die Integration von Geschlechteraspekten in der Forschung wird ebenfalls als wichtig erachtet, um exzellente Forschungsergebnisse zu erzielen.

Wie der BMBF weiterhin betont, ist eine Erhöhung der Repräsentanz von Frauen nicht nur eine Frage der Gerechtigkeit, sondern ist auch entscheidend für die umfassende und innovative Gestaltung zukünftiger Forschungsanstrengungen. Es bleibt abzuwarten, welche positiven Entwicklungen das Professorinnenprogramm 2030 für die Hochschullandschaft in Deutschland mit sich bringen wird.