Eine vermeintliche Geburtstagsfeier im Sportlerheim der SG Schönfeld entpuppte sich als rechtsradikale Veranstaltung in Dresden. Laut tag24 mieteten Rechtsextremisten das Vereinsheim unter dem Vorwand, eine private Feier abzuhalten. Geplant waren Auftritte von zwei renommierten Bands der rechtsextremen Szene. Die Dresdner Polizei wurde durch Hinweise, unter anderem via soziale Medien, auf die Veranstaltung aufmerksam, was zu einem umfangreichen Einsatz führte.

Gegen 20 Uhr rückten 90 Einsatzkräfte der Dresdner Polizei und Bundespolizei an. Vor Ort befanden sich ebenso viele Besucher, darunter auch Mitglieder der Bands. Die Beamten sprachen Platzverweise aus, als es zu einem Zwischenfall kam, bei dem ein 28-jähriger Besucher handgreiflich wurde und einen Beamten angegriff. Dieser blieb jedoch unverletzt. Bis 22 Uhr konnten alle 90 Anwesenden erfolgreich vom Platz entfernt werden.

Behördliche Maßnahmen und rechtliche Konsequenzen

Die Polizei stellte die Identitäten von 78 Personen fest und erließ neun Strafanzeigen. Diese umfassten unter anderem das Verwenden von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen und Volksverhetzung, wie Welt berichtet. Bei den Durchsuchungen wurden auch mehrere rechtsextreme Banner sowie Merchandising-Artikel mit verbotenen Symbolen sichergestellt. Unterstützt wurde der Polizei-Einsatz von Bereitschaftspolizeien aus Bayern und Sachsen sowie einem Polizeihubschrauber aus Thüringen.

Das Sportlerheim hatte ursprünglich einem Vater und seinem Sohn, die um die Anmietung des Raumes für eine Geburtstagsfeier gebeten hatten, eine Ausnahme gemacht. Normalerweise vermietet der Verein keine Räume an junge Menschen. Die Vereinsvorsitzende Vera Blank erklärte, dass die Mieter zunächst einen vernünftigen Eindruck hinterließen und es vertraglich vereinbart war, dass Musik lediglich aus einer Anlage laufen würde und nicht mehr als 50 Personen anwesend sein sollten.

Rechtsextremismus in Deutschland

Diese Vorfälle stehen im Kontext eines alarmierenden Anstiegs rechtsextremistischer Aktivitäten in Deutschland. Laut dem Verfassungsschutz waren im Jahr 2023 insgesamt 40.600 Personen als rechtsextremistisch eingestuft, was einen Anstieg um 1.800 Personen im Vergleich zu 2022 darstellt. Die Zahl der rechtsextremistischen Straftaten stieg im selben Zeitraum auf 25.660, was einem Anstieg um 22,4 % entspricht. Dies umfasst auch 1.148 Gewalttaten, was einem Anstieg um 13 % gegenüber dem Vorjahr entspricht.

Die Bedeutung rechtsextremistischer Musikveranstaltungen nimmt zu, sie dienen als Plattform zur Identitätsbildung und Verbreitung extremistischer Ansichten. Der Verfassungsschutz verzeichnete 2023 die höchste Anzahl an rechtsextremistischen Musikveranstaltungen, was die anhaltende Relevanz des Themas unterstreicht. Trotz eines Rückgangs der durchschnittlichen Besucherzahlen bei Live-Konzerten gibt es seit 2019 keine großen Veranstaltungen mit über 500 Teilnehmern mehr.

Die SG Schönfeld hat sich inzwischen deutlich von der Veranstaltung distanziert und betont, dass diese nicht den Werten des Vereins entspreche. Der Vorfall zeigt einmal mehr, wie wichtig es ist, auf Zeichen von Rechtsextremismus zu achten und solche Aktivitäten schnell zu unterbinden.