Am 8. März 2025 ist der Internationale Frauentag ein Anlass, um über die Rolle von Frauen in traditionell männlich dominierten Berufen zu sprechen. Ein herausragendes Beispiel ist Kathrin Fiedler, Projektleiterin bei DEGES, die derzeit an der beeindruckenden blauen Fußgängerbrücke bei Salzmünde arbeitet, einer Schlüsselkomponente in dem Verkehrsprojekt zur neuen A 143 über die Saale. Die Brücke wird etwa 1.000 Meter lang sein und sowohl eine Vorland- als auch eine Strombrücke umfassen. Ein innovativer Lärmschutztunnel wird zudem Teil der Brückenkonstruktion sein, ergänzt durch eine Glaseinhausung als Lärmschutz, eine Seltenheit in Deutschland, wie MDR berichtet.
Fiedler, die während ihres Studiums in Dresden zum Brückenbau gefunden hat, beschreibt Brücken als landschaftsprägende Bauwerke, die ihr große Freude bereiten. Ihr zweites Großprojekt umfasst die Elbquerung der A 14 bei Wittenberge. Trotz einer stark männlich dominierten Branche, als sie an einer Bauberatung mit 20 Männern und drei Frauen teilnahm, betont Fiedler, dass nicht das Geschlecht, sondern die Kompetenz und das Zusammenarbeiten entscheidend sind. Unterschiede in der Kommunikation zwischen Männern und Frauen sieht sie eher als Bereicherung.
Technische Herausforderungen und Zusammenarbeit
Die „Saalequerung“ wird von der K+S Ingenieur-Consult GmbH und anderen Ingenieurbüros geplant. Das Projekt ist Teil der vierstreifigen Westumfahrung (A143) und wird vom Bauunternehmen Max Bögl durchgeführt. Die Fundamente der Brücke sollen bereits ab Herbst 2023 erstellt werden, wie K+S Ingenieur-Consult ankündigt. Die Struktur wird durch 295 Großbohrpfähle stabilisiert, die bis zu 26 Meter lang sind und einen Durchmesser von 1,20 Metern aufweisen.
Ein zentrales Merkmal ist die Strombrücke, die 183 Meter lang ist und durch einen einteiligen Stahlkonstruktion innerhalb kürzester Zeit an ihren Bestimmungsort über die Saale geschoben wird. Die Brücke wird am tiefen Fundament des Lärmschutztunnels eingespannt, wobei auf Trennpfeiler zwischen Strom- und Vorlandbrücke verzichtet wird. Diese Lösungen tragen zu einem eleganten und ressourcenschonenden Bauwerk bei.
Inspirierende Ingenieurinnen weltweit
Nicht nur in Deutschland stechen Frauen in technischen Berufen hervor. Weltweit zeigen Ingenieurinnen innovative Lösungen für drängende Probleme. So präsentierte Lucy Hughes 2019 MarinaTex, eine umweltfreundliche und kompostierbare Alternative zu Einweg-Plastikfolien, die aus Abfallprodukten der Fischereiindustrie und Algen besteht. Judit Giró Benet entwickelte 2020 die Blue Box, ein kostengünstiges Gerät zur Brustkrebsvorsorge, während Charlene Kerjean und Auxane Caseiro eine innovative Menstruationstasse für Nutzer:innen von Intrauterinpessaren kreierten. Diese inspirierenden Geschichten verdeutlichen das Potenzial, das Frauen im Ingenieurwesen haben, um zukünftige Generationen zu motivieren, wie James Dyson Award hervorhebt.
In der Welt des Ingenieurwesens und Bauens ist es daher unerlässlich, Frauen wie Kathrin Fiedler zu unterstützen und sichtbar zu machen, denn sie ebnen den Weg für eine diversifizierte Zukunft in diesen traditionellen Bereichen.