Die vorzeitige Bundestagswahl am 22. Februar 2025 brachte in Baden-Württemberg ein starkes Votum für die Alternative für Deutschland (AfD) mit sich. Im Wahlbezirk Alberta Straße in Hügelsheim konnte der AfD-Kandidat beeindruckende 72 Prozent der Stimmen für sich gewinnen. Dies steht im Kontrast zur traditionellen Stärke anderer Parteien in der Region, wie in der interaktiven Grafik zu den Parteihochburgen ersichtlich ist, die am Wahlabend erstellt wurde. Währenddessen kündigte FDP-Parteichef Christian Lindner seinen Rücktritt an, da die FDP voraussichtlich nicht im neuen Bundestag vertreten sein wird. Die Stimmung im Bürgersaal des Karlsruher Rathauses war entsprechend verhalten, was die politische Stimmung im Land widerspiegelt.

In Karlsruhe erlangte die Grünen-Politikerin Zoe Mayer die meisten Erststimmen und ihre Partei führte auch bei den Zweitstimmen, was die anhaltende Grüne Beliebtheit in urbanen Zentren unterstreicht. Im angrenzenden Wahlkreis Rastatt werden die politischen Verhältnisse durch die anhaltende Relevanz der CDU und der AfD geprägt, die je einen Bundestagsabgeordneten stellen: Kai Whittaker von der CDU und Alexander Arpaschi von der AfD. Die Wahlbeteiligung bleibt signifikant, kann jedoch gegen die 59,2 Millionen wahlberechtigten Bürger, die für die Wahl registriert sind, nicht anstinken.

Wahlberechtigte und Wahlrecht

Mehr als 1,2 Millionen weniger Wahlberechtigte als bei der letzten Wahl 2021 waren bei dieser Wahl registriert, darunter 30,6 Millionen Frauen und 28,6 Millionen Männer. Besonders auffällig ist die Anzahl der Erstwähler, die mit 2,3 Millionen nur 3,9 Prozent der Wahlberechtigten ausmacht. Aufgrund des Wahlalters von 18 Jahren können rund 400.000 junge Menschen nicht wählen, was die gesellschaftliche Teilnahme an dieser Wahl beeinflusst.

Ein bedeutender Aspekt der Wahl war die Reform des Wahlrechts, die den Bundestag auf maximal 630 Mandate reduziert, im Gegensatz zu den bisherigen 733 Sitzen. Die Sitzverteilung erfolgt nun ausschließlich über die Zweitstimmen, was die Wahldynamik verändert. Insgesamt treten 29 Parteien zur Wahl an, darunter die SPD, Grünen, FDP und Die Linke. Im Vergleich zu 2021, wo noch 47 Parteien antraten, demonstriert dies eine klare Reduktion der politischen Landschaft.

Politische Kandidaturen

Insgesamt kandidierten 4.506 Personen für die Bundestagswahl, darunter 1.422 Frauen, was einem Anteil von 32 Prozent entspricht. Dies ist vergleichbar mit 33 Prozent aus dem Jahr 2021. Die Zahl der parteilosen Einzelkandidaten ist mit 62 ebenfalls gesunken, verglichen mit 197 vor drei Jahren. In Deutschland wurden die Wahlkreise in 299 Distrikte unterteilt, in denen die Wahlkreis-Kandidaten mit der Erststimme gewählt werden, während die Zweitstimme für die Landeslisten gilt.

Nach der Wahl stehen auch bedeutende Kanzlerkandidaten bereit: Friedrich Merz (CDU), Olaf Scholz (SPD), Robert Habeck (Grüne), Alice Weidel (AfD) und Sahra Wagenknecht (BSW). Die FDP hat Christian Lindner als „Spitzenkandidat“ benannt, während Die Linke mit einem „Spitzenduo“ bestehend aus Heidi Reichinnek und Jan van Aken antritt. Der dramatische Verlauf der Wahl und die neuen politischen Konstellationen werden den weiteren Verlauf der nächsten Legislaturperiode entscheidend beeinflussen.

Abgerundet wurde der Wahlabend durch tragische Nachrichten: Erhard „Beppo“ Hofeditz, ein ehemaliger Stürmer des Karlsruher SC, verstarb an Krebs, und auf der BAB 5 bei Bruchsal ereignete sich ein schwerer Verkehrsunfall, bei dem zwei Personen schwer verletzt wurden und drei weitere leichte Verletzungen erlitten. Die Polizei hat bereits mit den Ermittlungen zur Unfallursache begonnen.