In der ARD-Dokumentation „FAKT: Corona – Die Pandemie der Spaltung“, die am 18. März um 21:45 Uhr im Ersten ausgestrahlt wird, werden die tiefgreifenden gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Auswirkungen der Corona-Pandemie thematisiert. Die Dokumentation zeigt dabei persönliche Abrechnungen mit der Politik und beleuchtet, wie verschiedene Menschen ihre Erlebnisse während dieser Krise verarbeitet haben. Ein prominentes Beispiel ist René Heber, ein Unternehmer aus Zwickau, der nach dem ersten Lockdown 2020 einen Verlust von 80.000 Euro hinnehmen musste. In Sachsen erhielt er lediglich einen Kredit zur Verlustausgleichung, während in anderen Bundesländern Soforthilfen von bis zu 40.000 Euro zur Verfügung standen. Heber sah sich gezwungen, insgesamt 600.000 Euro Kredit aufzunehmen und betrachtet die Auswirkungen von Corona als anhaltend bis mindestens 2030.
Auch Dirk Rosenbaum, der während der Pandemie mit seiner Familie Stigmatisierung aufgrund der Missachtung der Corona-Maßnahmen erlebte, kommt zu Wort. Ingrid Heimke, eine Kinderärztin aus Dresden, beklagt ein „nachhaltig vergiftetes“ gesellschaftliches Klima und berichtet von Ermittlungen gegen sie wegen angeblicher falscher Gesundheitszeugnisse. Domina Violet berichtet von einem Berufsverbot und der Kündigung ihrer Wohnung aufgrund ausstehender Mieten. Sie stellte fest, dass viele ihrer Kunden, darunter Akademiker und Beamte, ebenfalls unter Einsamkeit litten.
Wirtschaftliche Folgen der Pandemie
Die wirtschaftlichen Auswirkungen der Corona-Pandemie sind erheblich, wie die Bundeszentrale für politische Bildung berichtet. Zwei Hauptfaktoren tragen zu diesen Auswirkungen bei: eine steigende Anzahl an Erkrankten und Toten, die das Arbeitskräfteangebot reduzieren, sowie die Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie, die signifikante ökonomische Folgen nach sich ziehen. Besonders betroffen sind Branchen wie die Veranstaltungsbranche, Gastronomie, Reiseverkehr und Warenproduktion. Die Unsicherheit über die Dauer der Einschränkungen führt zu Kaufzurückhaltung und verringerten Investitionen.
Prognosen deuten auf einen Rückgang der Wirtschaftsleistung in Deutschland um mindestens 6% hin, wobei der Welthandel voraussichtlich um 15% zurückgehen wird, eine stärkere Dämpfung als während der Finanzkrise 2008/2009. Die Maßnahmen der Bundesregierung umfassen Zuschüsse für Selbstständige und kleine Unternehmen sowie ein KfW-Sonderprogramm für Unternehmenskredite mit einem Garantierahmen von 460 Milliarden Euro.
Gesellschaftlicher Wandel und Forschung
Parallel zu den wirtschaftlichen Veränderungen erfordert die Pandemie ein Umdenken im gesellschaftlichen Bereich. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung appelliert an die Geistes- und Sozialwissenschaften, empirische Daten zu sammeln, um die Herausforderungen der Pandemie besser zu verstehen. Insgesamt 18 Forschungsprojekte untersuchen Aspekte wie Stigmatisierung, soziale Isolation und Veränderungen der politischen Einstellung.
Beispielsweise analysiert das Projekt „LoneCOVID“ die langfristige Entwicklung sozialer Beziehungen während der Pandemie und deren Einfluss auf die psychische Gesundheit, während „StiPEx“ sich mit gesellschaftlicher Stigmatisierung im Kontext der Pandemie beschäftigt. Solche Studien sollen dazu beitragen, die gesamtgesellschaftlichen Auswirkungen der Corona-Krise besser zu erkennen und politische sowie gesellschaftliche Maßnahmen zu optimieren.
Die ARD-Dokumentation bietet somit nicht nur Einblicke in individuelle Erfahrungen, sondern auch in die gesamtgesellschaftlichen Veränderungen, die die Pandemie mit sich brachte. Die Verknüpfung von persönlichen Geschichten und wissenschaftlichen Analysen verdeutlicht die Komplexität der Situation und das Notwendige an gemeinschaftlichen Lösungsansätzen.