Eine neue Umfrage der Prüfungs- und Beratungsgesellschaft EY zeigt alarmierende Ergebnisse zur Mitarbeitermotivation in Deutschland. Nur 48 Prozent der Angestellten geben an, ihr Bestes bei der Arbeit zu geben, was deutlich unter dem internationalen Durchschnitt von 54 Prozent liegt. Diese Umfrage wurde im August unter weltweit 17.350 Personen durchgeführt, davon 1.000 in Deutschland. Insbesondere in anderen Ländern wie Indien und China sind die Mitarbeitenden deutlich motivierter – so liegt der Anteil der motivierten Angestellten dort bei 67 beziehungsweise 59 Prozent. Im Vergleich dazu sind Länder wie Frankreich, die Niederlande und Japan mit 37, 36 und 19 Prozent besonders unmotiviert.
Die Ergebnisse sollten laut EY-Partner Nelson Taapken als Denkanstoß dienen, besonders angesichts der ebenfalls schlechten Bedingungen in den weniger motivierten Ländern. Die Gründe für die Unmotivation sind vielfältig und reichen von unzureichender Führung über eine schlechte Firmenkultur bis hin zu stressbedingter Überlastung. So gaben nur 44 Prozent der Befragten an, dass sie ihren Arbeitgeber einem Bekannten empfehlen würden – auch hier liegt Deutschland unter dem internationalem Durchschnitt.
Arbeitsumfeld und Kollegen als Schlüsselfaktoren
Eine andere Umfrage hebt hervor, dass die Gestaltung des Arbeitsplatzes und das Verhältnis zu Kollegen einen entscheidenden Einfluss auf die Motivation haben. 82 Prozent der Deutschen sind überzeugt, dass ein positives Arbeitsumfeld ihre Arbeitsmoral verbessert. Für 46 Prozent spielen die Beziehungen zu Kollegen und Vorgesetzten eine zentrale Rolle für ihre Zufriedenheit. Flexible Arbeitszeiten sind für 34 Prozent wichtig, während 30 Prozent gute zwischenmenschliche Beziehungen als bedeutend erachten.
Als besonders motivierend gelten auch kleine Aufmerksamkeiten und Wertschätzung. 64 Prozent der Mitarbeiter wären bereit, bei einer guten Atmosphäre auf Gehalt zu verzichten. Um eine langfristige Mitarbeiterbindung zu gewährleisten, ist es für Unternehmen entscheidend, attraktive Arbeitsplätze zu schaffen. Ergonomische Gestaltung und ein angenehmes Arbeitsumfeld sind dabei Schlüsselkomponenten. Studien zeigen zudem, dass viele Mitarbeiter Probleme mit Shared Workspaces haben, da individuelle Gestaltungsmöglichkeiten oft fehlen.
Commitment als zentraler Faktor für Unternehmenserfolg
In einer sich wandelnden Arbeitswelt wird die Bindung von Mitarbeitern an Unternehmen immer wichtiger. Commitment, also die emotionale Bindung der Beschäftigten, wird als Indikator für Loyalität und Engagement betrachtet. Es gibt verschiedene Arten des Commitments: das affektive, normatives und kalkulatorisches Commitment. Während das affektive Commitment eine hohe Loyalität beschreibt, entsteht das normative häufig aus ethischen Gründen, und das kalkulatorische aus der Angst vor negativen Konsequenzen bei einem Jobwechsel.
Ein geringes Commitment führt oft zu reduziertem Arbeitseinsatz und hoher Fluktuation. Daher ist es für Führungskräfte von Bedeutung, psychologische Faktoren zu fördern und eine positive Unternehmenskultur zu schaffen. Die Stärkung der emotionalen Bindung zwischen Mitarbeitern und Führungskräften kann entscheidend zur Verbesserung der Mitarbeiterbindung und somit auch zur Steigerung der Unternehmensleistung beitragen.
Um zusammenfassend festzustellen: Die Herausforderungen in der Mitarbeiterführung und -motivation sind komplex. Es bedarf eines strategischen Ansatzes, der sowohl die persönliche als auch die berufliche Entwicklung der Angestellten in den Mittelpunkt stellt.
Für weiterführende Informationen zu den Umfrageergebnissen lesen Sie die Berichte von ZVW, Wissen.de und WIPUB.