In Nordrhein-Westfalen sehen sich die Fahrgäste im Regionalverkehr weiterhin mit erheblichen Herausforderungen konfrontiert. Seit Wochen fallen auf der Linie RE3 zahlreiche Züge aus, was auf einen akuten Mangel an Lokführern zurückzuführen ist. Diese Situation betrifft nicht nur die Deutsche Bahn, sondern auch deren Vertragspartner wie die Eurobahn und National Express, die ebenfalls unter Personalmangel leiden. Laut Informationen von Der Westen fehlen aktuell hunderte Lokführer in NRW.

Um die Folgen dieser Engpässe zu mildern, hat der Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR) einen speziellen Ersatzverkehr eingerichtet. Historische Züge der TRI Train Rental GmbH kommen zum Einsatz, um die Regionalzüge zu ersetzen und die Verlässlichkeit sowie Pünktlichkeit für die Fahrgäste zu erhöhen. Diese Altbauwaggons erinnern stark an das, was viele Fahrgäste aus den 70er Jahren kennen. Ruhr24 berichtet, dass die Relevanz dieser Maßnahme gerade tagsüber deutlich ist, da es auch weiterhin zum Entfall einzelner Fahrten kommt.

Kurzfristige Lösungen und Perspektiven

Der VRR plant außerdem, das Zugangebot aufgrund des Personalmangels weiter zu reduzieren, um ein verlässlicheres Leistungsangebot zu gewährleisten. Verhandlungen über eine Anpassung des Fahrplans, die ab dem 15. Dezember in Kraft treten soll, sind bereits im Gange. Betroffene Linien sind unter anderem die S68 von Langenfeld nach Wuppertal-Vohwinkel sowie eine reduzierte Taktung auf der S3 von Oberhausen nach Hattingen.

Die Probleme im Regionalverkehr werden nicht nur durch Personalmangel verursacht. Ein schlechter Zustand der Infrastruktur und zahlreiche Baustellen sind ebenfalls Verantwortliche für die zunehmenden Verspätungen und Ausfälle. Gabriele Matz, Vorstandssprecherin des VRR, äußert Besorgnis über die angespannte Betriebslage und die damit verbundene Verschlechterung der Servicequalität, wie VRR festhält.

Fahrgastinformation und Qualitätssicherung

Ein weiteres Problem ist die oft verspätete Information der Fahrgäste über Zugausfälle und den Ersatzverkehr. Der VRR fordert eine frühzeitige Kommunikation über Schienenersatzverkehre und behält sich vor, Abschlagszahlungen an die Eisenbahnverkehrsunternehmen zu kürzen, wenn sich die Qualität des Service nicht bessert. Der SPNV-Qualitätsbericht 2022 zeigt deutlich, dass die Probleme im Regionalverkehr nicht neu sind. Bereits im Vorjahr führten ähnliche Faktoren zu massiven Auswirkungen auf die Fahrpläne, mit einem notwenigen Ausgleich bei jeder 15. Verbindung aufgrund von Personalmangel und anderen Störungen.

Insgesamt bleibt abzuwarten, wie die Verantwortlichen die Situation langfristig lösen wollen. Die Vielzahl an Baustellen, in Kombination mit einem akuten Lokführermangel, stellt die Mobilität in Nordrhein-Westfalen vor große Herausforderungen. Fahrgäste sind weiterhin auf Alternativen im öffentlichen Personennahverkehr angewiesen, um ihre Ziele zu erreichen.