Die Beschäftigten von Kliniken, Pflegeeinrichtungen und Rettungsdiensten in Nordrhein-Westfalen (NRW) sind zu Arbeitsniederlegungen aufgerufen. Laut Westfalen-Blatt wird am Donnerstag der bundesweite Warnstreiktag stattfinden, wobei mit erheblichen Einschränkungen in der Versorgung zu rechnen ist. Die Gewerkschaft Verdi organisiert in diesem Zusammenhang geplante Demos und Kundgebungen in verschiedenen Städten NRWs, einschließlich einer zentralen Kundgebung in Bad Oeynhausen, bei der der Verdi-Bundeschef Frank Werneke teilnehmen wird.

Die Arbeitsniederlegungen sind Teil der Forderungen, die die Gewerkschaft im Rahmen der aktuell laufenden Tarifverhandlungen stellt. In den vergangenen Wochen kam es bereits zu zahlreichen Streiks, die Kitas, Entsorgungsbetriebe sowie den öffentlichen Nahverkehr in Großstädten wie Köln und im Ruhrgebiet betrafen. Die Beschäftigten fordern unter anderem eine Gehaltserhöhung von 8 Prozent oder mindestens 350 Euro mehr monatlich, höhere Zuschläge für belastende und ungünstige Arbeitszeiten sowie drei zusätzliche freie Tage.

Regionale Auswirkungen und Forderungen

Die angekündigten Warnstreiks betreffen zahlreiche Einrichtungen in verschiedenen Regionen, wie beispielsweise:

  • Mühlenkreiskliniken Lübbecke
  • Auguste-Viktoria Klinik
  • Herz- und Diabeteszentrum NRW
  • Kreiskliniken Herford-Bünde
  • Klinikum Lippe, Klinikum Bielefeld und Klinikum Gütersloh
  • Rettungsdienst Lippe
  • Verschiedene Kliniken im Köln-Bonn-Leverkusen, Ruhrgebiet und Münsterland
  • Großraum Düsseldorf

Verdi-Bundesvorstandsmitglied Sylvia Bühler kritisierte die mangelnde Anerkennung der Leistungen der Beschäftigten durch öffentliche Arbeitgeber, die die Forderungen der Gewerkschaft als nicht finanzierbar zurückwiesen.

Tarifverhandlungen im öffentlichen Dienst

Im Kontext der laufenden Tarifverhandlungen berichtet Öffentlicher Dienst News von einem im Dezember 2023 erzielten Tarifergebnis für die Beschäftigten des öffentlichen Dienstes der Länder. Dieses Ergebnis sieht eine steuer- und abgabenfreie Inflationsausgleichszahlung von 3.000 Euro vor, die in mehreren Tranchen gezahlt wird. Ab November 2024 sollen die Einkommen der Beschäftigten um einen Sockelbetrag von 200 Euro steigen, gefolgt von einer weiteren Erhöhung um 5,5 Prozent ab Februar 2025. Es wird eine Laufzeit des Tarifvertrages bis Oktober 2025 angestrebt.

Die aktuellen Verhandlungen sind von einer angespannten finanziellen Situation geprägt, da die Kommunen mit einer historischen Verschuldung von 160 Milliarden Euro kämpfen. Der Personalmangel im öffentlichen Dienst erhöht den Druck auf die Arbeitgeber, angemessene Angebote zu unterbreiten, um die Arbeitsbedingungen zu verbessern und die Gehälter zu erhöhen.

Die nächste Tarifgesprächsrunde wird am 14. März 2025 in Potsdam stattfinden. Die Herausforderungen und Forderungen werden begleitet von einer breiten Diskussion über die Attraktivität des öffentlichen Dienstes, die in den letzten Monaten besonders stark in den Fokus gerückt ist. Die Gewerkschaften setzen sich für eine grundlegende Verbesserung der Arbeitsbedingungen und eine Erhöhung der Gehälter ein, um dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken, betont Verdi.