In vielen Gärten wird die Freude am gepflegten Rasen und an blühenden Blumen von unliebsamen Gästen getrübt: Maulwürfen. Carmen Schmidt aus Remscheid hat 17 Maulwurfshügel in ihrem Garten gezählt und muss ständig mit neuen Hügeln rechnen, wenn sie einige Tage abwesend ist. Dunkle Flecken auf der Wiese sind die Folge der unermüdlichen Grabearbeiten dieser Tiere. Diese Problematik entzündet einen spannenden Diskurs über die Rolle der Maulwürfe in unserem Ökosystem und die legalen Möglichkeiten zu ihrer Bekämpfung, da sie unter Naturschutz stehen.

Die Aktivität der Maulwürfe zeigt sich besonders im Winter, wenn sie tiefer graben müssen, um an Nahrung zu gelangen. Jörg Liesendahl, Leiter der Natur-Schule Grund, erklärt die Verhaltensweise dieser Tiere und empfiehlt eine andere Herangehensweise zur Vertreibung: Geräusche, die durch Handstampfen auf den Hügeln erzeugt werden, könnten helfen, die Maulwürfe zu vergrämen. Alternativ können sich Gartenbesitzer im Gartencenter über Repellenzien informieren, die unangenehme Gerüche absondern. An dieser Stelle ist jedoch zu beachten, dass Maulwürfe Schädlinge wie Larven und Raupen fressen und das biologische Gleichgewicht in Gärten erhalten.

Rechtliche Rahmenbedingungen und Naturschutz

Maulwürfe stehen unter strengem Naturschutz, und das Fangen, Verletzen oder Töten dieser nützlichen Tiere ist verboten. Verstöße können mit hohen Bußgeldern von 5.000 bis 65.000 Euro oder sogar Freiheitsstrafen geahndet werden. Die gesetzliche Regelung zielt darauf ab, die ökologischen Vorteile dieser Tiere zu schützen. Maulwürfe lockern den Boden, fördern die Nährstoffaufnahme und unterstützen die Belüftung des Erdbodens – Aspekte, die in der Gartenarbeit nicht unterschätzt werden sollten, wie ungeziefero.de hervorhebt.

Gartenbesitzer haben jedoch auch die Möglichkeit, die Tiere auf umweltfreundliche Weise zu vertreiben. Neben intensiven Gerüchen, wie sie zum Beispiel durch Kräuterjauche oder Essig erzeugt werden, gibt es auch alternative Methoden. Laut Henry Neuhauser, einem Hobbygärtner aus Bad Doberan, sind biologische Methoden der Schädlingsbekämpfung im Trend. Diese beinhalten die Nutzung von natürlichen Feinden und die Förderung des ökologischen Gleichgewichts im Garten.

Praktische Tipps für Gartenbesitzer

  • Erzeugen Sie Geräusche durch Handstampfen oder Windspiele, um Maulwürfe zu vertreiben.
  • Füllen Sie Knoblauch in die Gänge der Maulwürfe – auch wenn die Erfolgsaussichten variieren können.
  • Um die Anwesenheit der Tiere zu akzeptieren, kann eine Überlegung sein, in betroffenen Bereichen neuen Rasen im Sommer auszusäen.

Carmen Schmidt zeigt Verständnis für die Rolle der Maulwürfe in ihrem Garten. Sie hat einen Maulwurfschreck gekauft, der Geräusche abgibt, allerdings ohne den gewünschten Erfolg zu erzielen. Treten die Dunkelflecken und Hügel weiterhin auf, muss sie bereit sein, kreative Lösungen zu finden, um sowohl den Garten zu pflegen als auch die Tiere in deren Lebensraum zu respektieren. Insgesamt ist ein bewusster Umgang mit Maulwürfen nicht nur im Sinne des Naturschutzes sinnvoll, sondern kann auch zur Förderung einer vielfältigen Gartenlandschaft beitragen.