RecklinghausenWirtschaft

Hohe Austrittsquote bei Integrationskursen

"Hohe Integrationskurs-Austrittsquote: Was sind die GrĂŒnde und wie kann man sie verringern?"

Hunderttausende Menschen, die zur Teilnahme an Integrationskursen verpflichtet sind, treten vorzeitig aus, wie aus neuen Zahlen der Bundesregierung hervorgeht. Linguistik-Professor Christoph Schroeder betont, dass das starre System der Integrationskurse sowohl den GeflĂŒchteten als auch dem deutschen Arbeitsmarkt schadet. Schroeder hebt hervor, dass Integrationskurse anders bewertet werden mĂŒssen als herkömmliche Sprachkurse, da die Teilnehmer oft keine Erfahrung mit schulischen Lernformen haben und heterogen zusammengesetzt sind.

Im Jahr 2023 haben fast 275.000 Menschen an Sprachkursen teilgenommen, die zum Integrationskurs gehören. Etwa 81.000 Menschen sind aus diesen Kursen ausgestiegen, hauptsĂ€chlich aufgrund von InaktivitĂ€t. Die hohe Austrittsquote bei Integrationskursen ist bereits seit Jahren ein bekanntes Problem. Im ersten Halbjahr 2023 haben ĂŒber 50 Prozent der Teilnehmer den Integrationskurs vorzeitig beendet, wobei die meisten Austritte aufgrund des bereits erreichten B1-Sprachniveaus erfolgten.

Ein abgeschlossener Integrationskurs ist entscheidend, um geflĂŒchteten Schutzberechtigten die volle Teilnahme am deutschen Arbeitsmarkt zu ermöglichen. Es gab in der Vergangenheit Kritik an der starren Struktur der Kurse, und es wurden Forderungen nach verpflichtender Teilnahme, mehr Wertevermittlung und flexibleren PrĂŒfungsformen laut. Professor Schroeder plĂ€diert fĂŒr mehr FlexibilitĂ€t und praxisorientierte Modelle, um auch Menschen ohne B1-Niveau den Zugang zum Arbeitsmarkt zu erleichtern. Dies könnte dazu beitragen, die Integration zu verbessern und den FachkrĂ€ftemangel entgegenzuwirken.

Mit einem Portfolio, das mehr als zwei Jahrzehnte Berufserfahrung umfasst, ist der freie Redakteur und Journalist Martin Schneider ein fester Bestandteil der deutschen Medienlandschaft.
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