Nordrhein-Westfalen hat einen bedeutenden Schritt zur Förderung junger Wissenschaftler*innen gemacht. Mit dem NRW-Rückkehrprogramm, das darauf abzielt, Forschende, die ins Ausland gegangen sind, zur Rückkehr in den größten Wissenschaftsstandort in Europa zu bewegen, wurden bereits zahlreiche Rückkehrer unterstützt. Die Universität Paderborn hat nun eine dieser begehrten Förderungen erhalten. Jährlich werden maximal sechs solcher Förderungen vergeben, die jeweils bis zu 1,25 Millionen Euro für einen Zeitraum von fünf Jahren umfassen, um Nachwuchsgruppen aufzubauen. Diese Unterstützung zielt darauf ab, die Forschung in verschiedenen Bereichen zu intensivieren und Talente in Nordrhein-Westfalen zu halten oder zurückzugewinnen.
Jun.-Prof. Dr. Nicholas A. Güsken wird ab April als Tenure-Track-Juniorprofessor an der Universität Paderborn eine Arbeitsgruppe in der experimentellen Physik leiten. Er wird sich mit innovativen Themen der Quantenphotonik und Optoelektronik beschäftigen. Zu den Schwerpunkten seiner Forschung gehören die Manipulation von Quantenemittern und die aktive Licht-Materie-Wechselwirkung, sowie die Erforschung aktiver Bauteilschnittstellen in photonisch integrierten Schaltkreisen und Netzwerken. Damit wird Güsken Teil des Instituts für Photonische Quantensysteme (PhoQS) und des „Center for Optoelectronics and Photonics Paderborn“ (CeOPP).
Karriereweg und Qualifikationen
Jun.-Prof. Güsken bringt eine beeindruckende akademische Laufbahn mit. Nach seinem Studium an der RWTH Aachen und der Sorbonne University in Paris wurde er 2020 am Imperial College London promoviert und erhielt für seine Dissertation den „Imperial College Solid State Physics Thesis Prize 2020“. Anschließend leitete er ein Research & Development-Team in einem Spin-off der ETH Zürich und war zuletzt Postdoc am renommierten „Geballe Laboratory for Advanced Materials“ an der Stanford University. Zudem wurde er kürzlich zum Mitglied der Jungen Akademie der Nationalen Akademie der Wissenschaften – Leopoldina und der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften gewählt.
Das NRW-Rückkehrprogramm unterstützt gezielt junge Forschende, die 2 bis 6 Jahre exzellente wissenschaftliche Arbeit nach ihrer Promotion nachweisen können und mindestens ein Jahr im Ausland verbracht haben. Seit 2007 wurde dieses Programm bereits für rund 60 Rückkehrer erfolgreich umgesetzt. Viele Geförderte konnten sich bereits über eine Professur hinaus etablieren, was die Attraktivität dieses Programms unterstreicht. Das Programm möchte dazu beitragen, dass innovative Forschung weiterhin in Nordrhein-Westfalen stattfindet, und öffnet sich dabei auch internationalen Talenten.
Bund-Länder-Programm für Tenure-Track-Professuren
Die Tenure-Track-Professuren, zu denen auch die Position von Güsken zählt, werden durch ein Programm von Bund und Ländern gefördert, welches 2016 ins Leben gerufen wurde. Ziel ist es, planbare Wissenschaftskarrieren zu etablieren und Nachwuchswissenschaftler*innen aus dem In- und Ausland zu gewinnen. Bisher wurden 971 Professuren an 75 Hochschulen besetzt, was 97 Prozent des angestrebten Ziels von 1000 zusätzlichen Professuren entspricht. Rund ein Viertel der neuen Tenure-Track-Professor*innen war vor Stellenantritt im Ausland tätig, was somit die internationale Orientierung der deutschen Hochschullandschaft verdeutlicht.
Das Tenure-Track-Programm stellt sicher, dass die Fakultäten eine nachhaltige Implementierung dieser Karrierewege anstreben, die nach einer positiven Begutachtung in eine Lebenszeitprofessur übergehen können. Güsken ist nicht nur ein Beispiel für die erfolgreiche Rückkehr qualifizierter Wissenschaftler*innen, sondern auch ein Lichtblick für die Forschungslandschaft in Nordrhein-Westfalen und darüber hinaus.
Zusammenfassend zeigt die Förderung des NRW-Rückkehrprogramms, wie wichtig es ist, Talente zurückzugewinnen und ihnen eine Plattform für innovative Forschung zu bieten. Mit dem Engagement von Wissenschaftler*innen wie Jun.-Prof. Güsken wird die Forschung in den Bereichen Quantenphotonik und Optoelektronik entscheidend vorangebracht.
Weitere Informationen finden Sie in den Berichten von Universität Paderborn, MKW NRW und Tenure-Track-Programm.