Die Gemeinde Neunkirchen-Seelscheid steht vor der Herausforderung, mehr Geflüchtete unterzubringen. Eine geplante Container-Anlage in Hochhausen soll bis zu 132 Menschen eine Unterkunft bieten. Die Dorfbevölkerung wurde in einer Anwohnerversammlung über das Projekt informiert, an der knapp 40 Personen teilnahmen. Dabei äußerten Anwohner gemischte Reaktionen und wiesen auf bestehende infrastrukturelle Probleme hin. Insbesondere befürchten sie eine massive Erhöhung der Einwohnerzahl, die um bis zu 50 Prozent ansteigen könnte.

Die Straßenverhältnisse auf dem Wahner Weg werden als schlecht beschrieben, mit großen Schlaglöchern und fehlender Beleuchtung. Zudem wurde die Fußgängerampel an der B 56 als „lebensgefährlich“ eingestuft, was die Sicherheit der Anwohner betrifft. Die bereits überfüllte Bushaltestelle könnte durch die zusätzlichen Geflüchteten weiter belastet werden. Anwohner fordern daher dringend mehr öffentliche Einrichtungen, insbesondere für Kinder.

Details der Unterkunft

Bürgermeisterin Nicole Berka und der Familienamtsleiter Stefan Franken präsentierten die Pläne für die Container-Anlage. Die Anlage wird zweigeschossig sein und ist Teil eines umfassenden Konzepts zur Geflüchtetenunterbringung. Aktuell leben 325 Geflüchtete auf dem Thurn-Gelände in Neunkirchen, während insgesamt 496 Flüchtlinge und Asylbewerber in der Gemeinde untergebracht sind. Die Höchstbelegungsrate in der Vergangenheit lag bei 64 Geflüchteten, während die aktuelle Aufnahmeverpflichtung bei 48 Personen liegt.

Diese geplante Unterkunft wird aus 14 ehemaligen Bürocontainern bestehen und kann bis zu 56 Personen unterbringen. Sie wird über separate Sanitäranlagen verfügen und ist auf eine Nutzung von zwei bis vier Jahren angelegt. Die Gesamtkosten der Container-Anlage betragen etwa 524.000 Euro, wobei die Gemeinde die Vorabkosten übernimmt. Die Unterbringung ist nur für Personen mit Bleiberecht vorgesehen, die sich in Jobcenter-Beratung befinden oder Deutschkurse besuchen.

Neubauten und zukünftige Herausforderungen

Parallel dazu wurden zwei bezugsfertige Wohnanlagen bereits im vergangenen Jahr geplant. Eine davon ist ein eingeschossiges Holzhaus in Seelscheid, das zwei marode Wohnhäuser ersetzt. Der Neubau hat eine Grundfläche von über 200 Quadratmetern und bietet Platz für bis zu 48 Personen. Die ersten Familien sollen in dieser Woche dort einziehen. Auch neue Zuwanderer, überwiegend Familien, werden in den kommenden Wochen und Monaten erwartet.

Die Gemeinde bereitet sich auf diese neuen Zuweisungen vor, obwohl der Zustrom von Flüchtlingen aufgrund der Sperrung der „Balkan-Route“ in diesem Winter auf ein Minimum zurückgegangen ist. Der Neubau wird später möglicherweise auch für andere Zwecke, wie die Nutzung durch Vereine, zur Verfügung stehen. Derzeit sind die Weichen gestellt, damit das Projekt ordnungsgemäß ablaufen kann – eine Ablehnung der Unterbringung ist nicht vorgesehen.

Zusammenfassend zeigt sich, dass Neunkirchen-Seelscheid aktiv an Lösungen arbeitet, um den gegenwärtigen und zukünftigen Herausforderungen der Flüchtlingsunterbringung zu begegnen. Der Dialog mit der Bevölkerung und die Sicherstellung sicherer und angemessener Unterkünfte sind dabei von zentraler Bedeutung.

Für weitere Informationen können Interessierte die Seiten von ksta.de, neunkirchen-seelscheid.info sowie mediendienst-integration.de besuchen.