Münster

Queergemeinde als Schutzraum: Warum sie nach wie vor wichtig ist

Der verborgene Schutzraum: Die Kirche als Zufluchtsort für queere Menschen

Es gab in letzter Zeit einige Fortschritte in Bezug auf die Akzeptanz von queeren Menschen, wie Jan Diekmann von der Queergemeinde Münster in seinem Gastkommentar feststellt. Trotz dieser Fortschritte besteht nach wie vor ein Bedarf an Schutzräumen für queer. Die Frage, warum eine Queergemeinde noch notwendig ist, wird oft gestellt. Die Idee, dass queere Menschen Teil ihrer regulären Gemeinden und Pfarreien sein sollten, ist durchaus ansprechend, jedoch steht die Kirche noch immer vor der Herausforderung, queere Gemeinden überflüssig zu machen.

Jan Diekmann bekennt, dass er nicht nur in der Queergemeinde Münster, sondern auch im Pfarreirat von St. Joseph Münster-Süd aktiv ist. Sein sonntäglicher Kirchenbesuch ist mehr ein Verlangen als eine Pflicht. Er genießt die Kirchenmusik und schätzt die Qualität der Predigten. Viele queere Menschen hatten negative Erfahrungen mit der Kirche, was zu Ausgrenzung und Anfeindungen führte. Es besteht immer noch ein Mangel an gesellschaftlicher Akzeptanz, der subjektiv betrachtet sogar zuzunehmen scheint.

Die Queergemeinde fungiert als Schutzraum für viele Menschen, die aufgrund ihrer Identität Verletzungen erlitten haben. Die Begegnung mit Gleichgesinnten schafft Raum für Offenheit und Akzeptanz und ermöglicht es den Betroffenen, über ihren Glauben zu sprechen. Es ist wichtig, dass Kirche ein Ort der Seelsorge und Gemeinschaft für queere Menschen ist und sich für sie öffnet. Die Queergemeinde arbeitet in kleinen Schritten daran, queeren Menschen zu zeigen, dass sie ein Teil der Glaubensgemeinschaft sein können und dass sich die Kirche weiterentwickeln kann.

Es liegt an allen Kirchenmitgliedern, einschließlich derer, die nicht direkt betroffen sind, eine inklusive Kirche zu fördern, in der queere Menschen willkommen sind. Die Queergemeinde soll irgendwann überflüssig werden, wenn Akzeptanz und Offenheit in jeder Gemeinde selbstverständlich sind. Gegen Diskriminierung und Ausgrenzung müssen alle Position beziehen und für eine inklusive und vielfältige Kirche eintreten.

Mit einem Portfolio, das mehr als zwei Jahrzehnte Berufserfahrung umfasst, ist der freie Redakteur und Journalist Martin Schneider ein fester Bestandteil der deutschen Medienlandschaft.
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