Im Erzbistum Freiburg hat die Freistellung von Domkapellmeister Boris Böhmann zu einem erheblichen Konflikt um die Zukunft der Dommusik geführt. Elternvertreterinnen der Domsingknaben sowie der Vorstand des Freiburger Domchores traten aus Protest gegen die Kirchenleitung zurück. Dies folgte auf langanhaltende Differenzen, die schließlich zur Kündigung von Böhmann am 28. Februar 2025 führten. Protestaktionen und breite Widerstände aus verschiedenen Chören wurden laut, darunter die Trägerschaft einer neuen Chorakademie von ehemaligen Mitglieder der Münsterchöre und Eltern der Domsingknaben, die sich inzwischen gegründet hat. SWR berichtet.

Die Kündigung von Böhmann, der bis zuletzt Leiter der Freiburger Domsingschule war, fiel in eine Zeit der Spannungen zwischen ihm und der Diözesanleitung. Erzbischof Stephan Burger unterbrach eine Messfeier an Heiligabend, während Proteste für Böhmann stattfanden, und beendete eine Liveübertragung, nachdem diese zu langanhaltendem Applaus führten. Inmitten dieser Situation haben sich bereits mindestens 130 Sängerinnen und Sänger in die neue Chorakademie eingeschrieben, in der Böhmann vorübergehend die künstlerische Leitung übernommen hat. Die Chorakademie setzt sich zum Ziel, abendländische Chormusik ganzheitlich zu pflegen.

Rücktritte und Widerstand

Der Rücktritt des Vorstands des Freiburger Domchores sowie der Elternvertreterinnen der Domsingknaben wurde maßgeblich von der Ablehnung der Diözesanleitung für ein vermittelndes Gespräch geprägt. Der Vorstand erklärte, dass es keine Grundlage mehr für eine Zusammenarbeit gebe und trat mit sofortiger Wirkung zurück. Trotz dieses Rücktritts bleibt die Mitgliedschaft der Sängerinnen und Sänger im Domchor unberührt, was Fragen zur künftigen Aktivität der Chormitglieder aufwirft. Diese vielfältigen Proteste und Rücktritte zeigen den starken Widerstand gegen die Entscheidung des Erzbistums und die Unzufriedenheit über die Situation. Katholisch.de umreißt die Situation umfassend.

Sheila Mesenholl, die scheidende Elternsprecherin, brachte die Unsicherheiten um die Perspektiven für einen Neuanfang zum Ausdruck. Sie erklärte, dass es an Zusagen und einem klaren Kurs fehle, was eine unverzichtbare Basis für eine konstruktive Zukunft der Dommusik darstellt. Das Erzbistum äußerte sich überrascht über den Rücktritt der Elternvertreterinnen, stellte jedoch fest, dass das letzte Gespräch mit Dompropst Peter Birkhofer konstruktiv war und konkrete Absprachen getroffen wurden. Katholisch.de berichtet weiter über die Rücktritte.

Zukünftige Perspektiven

Für die Übergangszeit haben Karin Karle, Clemens Morgenthaler und Andreas Mölder die Leitung der verschiedenen Chöre der Dommusik übernommen. Mölder wird im Januar erste Proben einladen. Die Zukunft des Domchores bleibt jedoch ungewiss, während Böhmann rechtliche Schritte gegen seine Kündigung eingeleitet hat. Der Verbleib der Domsingknaben im Münster ist ebenfalls fraglich, da sie angekündigt haben, vorerst nicht mehr dort zu singen. Die derzeitige Situation deutet auf eine tiefgreifende Krise im Bereich der Dommusik hin, die sowohl auf institutionelle als auch auf persönliche Konflikte zurückzuführen ist.