Die Stadt Leverkusen hat kürzlich mit Vera Fenske eine neue Schiedsfrau ernannt, die die Nachfolge von Walter Schröder antritt. Nach zehn Jahren im Ehrenamt scheidet Schröder altersbedingt aus. Über 77% seiner Fälle konnte er in Einigungen umwandeln, während im Durchschnitt nur 50-60% aller Schlichtungsversuche erfolgreich sind. Stefan Müller-Gerbes, Richter und Stellvertreter der Direktorin des Amtsgerichts, hat Fenske in einer feierlichen Zeremonie vereidigt. Bislang war Fenske als Managerin in einer Kölner Entwicklungsbank tätig, wo sie sich auf umwelt- und sozialbezogene Projekte spezialisiert hat.

Fenske, 53 Jahre alt, hat den Wunsch geäußert, sich in ihrer neuen Rolle in der Gemeinschaft sinnvoll einzubringen. Sie bringt Erfahrungen im Konsensfinden mit und ist gespannt auf ihre ersten Fälle. „Ich möchte die Kommunikation zwischen den Streitparteien fördern“, erklärte sie in einem Gespräch.

Die Rolle der Schlichter in Leverkusen

In Leverkusen gibt es insgesamt sieben Schlichter, darunter zwei in den Nachbarstädten Burscheid und Leichlingen. Diese Schlichter sind für die Vorbereitung und Protokollierung des Schlichtungsverfahrens verantwortlich und übernehmen im Durchschnitt einen Fall pro Monat. Zu den häufigsten Streitigkeiten zählen Nachbarschaftsprobleme wie Hecken, Zäune, Lärm oder Geruchsbelästigung. Auch kleinere strafrechtliche Tatbestände, wie Beleidigungen oder Bedrohungen, können durch Schlichtung behandelt werden.

Die Kosten für eine Schlichtung liegen zwischen 30 und 60 Euro, was sie zu einer deutlich kostengünstigeren Alternative zu einem Gerichtsverfahren macht, das zwischen 300 und 400 Euro plus Anwaltskosten ausmacht. Müller-Gerbes hebt hervor, wie wichtig die Arbeit der ehrenamtlichen Schlichter ist: „Jeder Fall, der nicht vor Gericht landet, ist ein Erfolg.“

Mediation als Lösung für Nachbarschaftsstreitigkeiten

Mediation stellt eine wertvolle Alternative zu gerichtlichen Auseinandersetzungen dar und fördert ein friedliches Zusammenleben in Nachbarschaften. Konflikte entstehen oft durch Ursachen wie Lärmbelästigung, Grenzstreitigkeiten oder Probleme mit Haustieren. Ein Mediator unterstützt die Streitparteien in der Kommunikation und hilft, gemeinsam Lösungen zu erarbeiten, die für beide Seiten akzeptabel sind. Dies fördert nicht nur das Verständnis, sondern trägt auch zur Stärkung der Beziehungen zwischen den Nachbarn bei.

Die Mediation bietet einen geschützten Raum für die Konfliktparteien und ermöglicht es ihnen, ihre Anliegen offen auszudrücken. Dieser respektvolle und kooperative Ansatz unterstützt die Suche nach WIN-WIN-Lösungen. Dabei kann eine Mediation in der Regel schnell organisiert werden, da meist nur wenige Sitzungen benötigt werden.

Es wird empfohlen, einen qualifizierten und erfahrenen Mediator hinzuzuziehen, idealerweise jemanden mit Kenntnissen im Nachbarschaftsrecht. Die Kosten für Mediation werden in vielen Fällen von rechtlichen Versicherungen übernommen, was dieses Verfahren zu einer attraktiven Möglichkeit für die Konfliktlösung macht. Laut anwalt.de fördert die Mediation nicht nur die Kommunikation, sondern trägt auch zur Erhaltung der Nachbarschaftsbeziehung bei.