Die Debatte um Falschinformationen und deren Verbreitung hat in den letzten Jahren an Intensität gewonnen, insbesondere im Kontext der Künstlichen Intelligenz. Ein aktuelles Beispiel dafür ist die Künstliche Intelligenz Grok, entwickelt von Elon Musks Firma xAI. Auf die Frage, wer der größte Verbreiter von Falschinformationen sei, äußerte Grok, dass es wichtig sei, vorsichtig mit den verwendeten Quellen umzugehen. Auffällig war, dass die KI keine Quellen berücksichtigte, die Musk oder Donald Trump als Verbreiter von Fehlinformationen nannten. Igor Babuschkin, der technische Leiter von xAI, erklärte, dass diese Entscheidung nicht beabsichtigt war und umgehend zurückgenommen wurde. Er betonte die Transparenz der Arbeitsweise von Grok und räumte ein, dass die KI bei der Anfrage nach den größten Lügnern technisch versagte und die Antwort abbrach. Im Gegensatz dazu nannten Wettbewerber wie ChatGPT und Perplexity in ihren Antworten allgemein Diktaturen und autoritäre Staaten als Falschinformationen verbreitende Akteure, während Perplexity zudem auf das unbeabsichtigte Mitwirken seriöser Medien an der Verbreitung von Fake News hinwies.

Die Thematik rund um Künstliche Intelligenz und Falschinformation ist insbesondere vor dem Hintergrund aktueller politischer Ereignisse wichtig. Während der Präsidentschaftswahl 2024 in den USA zwischen Kamala Harris und Donald Trump erreichte die Verbreitung von Fake News laut der New York Times einen Höchststand. Journalist*innen sahen sich der Herausforderung gegenüber, Desinformationen effektiv zu erkennen und gekonnt zu kennzeichnen. Dabei werden immer mehr KI-gestützte Anwendungen entwickelt, die eine Unterstützung bei dieser Aufgabe bieten sollen.

Kritik an Musk und dem Stargate-Projekt

Elon Musk hat jüngst auch scharfe Kritik an der KI-Initiative Stargate ausgesprochen, die von Donald Trump ins Leben gerufen wurde. Musk bezeichnete das Projekt als „Fake“ und bemängelte dessen unzureichende Finanzierung. Er griff zudem OpenAI-Chef Sam Altman und SoftBank-CEO Masayoshi Son an und behauptete, SoftBank habe weniger als zehn Milliarden Dollar für Stargate gesichert. Insiderspekulationen zufolge könnten OpenAI und SoftBank jeweils 19 Milliarden Dollar investieren, während die fehlenden Informationen über die restlichen Mittel der anfänglichen 100 Milliarden Dollar und den langfristigen 400 Milliarden Dollar weiterhin Sorgen hervorrufen. Altman konterte Musks Behauptungen als „falsch“ und betonte die Bedeutung des Projekts für das Land. Das Stargate-Projekt, an dem mehrere namhafte Firmen beteiligt sind, soll in den kommenden vier Jahren Investitionen in Höhe von 500 Milliarden Dollar anziehen.

Analysten weisen darauf hin, dass Musks Kritik auch persönliche Motive haben könnte, da er im Stargate-Projekt übergangen wurde. Die Rivalität zwischen Musk und Altman verdeutlicht die Spannungen in der KI-Industrie, insbesondere im Rennen um die Entwicklung der Künstlichen Allgemeinen Intelligenz (AGI), die menschenähnliche Intelligenz besitzen soll. Abgesehen von Stargate könnten Musk und seine Firma xAI, die er 2023 gegründet hat, eine entscheidende Rolle im Wettlauf um die Technologie spielen.

Initiativen zur Bekämpfung von Fake News

In Nordrhein-Westfalen haben verschiedene Projekte zum Ziel, die Verbreitung von Falschinformationen zu bekämpfen. Die Initiativen wie noFake, vera.ai und NEBULA zeigen vielversprechende Ansätze in der Entwicklung von KI-gestützten Lösungen. Das Projekt noFake, gegründet 2022 von CORRECTIV und mehreren Universitäten, hat ein Assistenzsystem zur Erkennung von Desinformation entwickelt, welches auf maschinellem Lernen basiert und Faktenchecks integriert. Ein weiteres Beispiel ist vera.ai, das in Zusammenarbeit mit der Deutschen Welle und internationalen Partnern KI-Lösungen zur Bekämpfung von Desinformationen in verschiedenen Medientypen entwickelt.

Mit über 1300 Einträgen von KI-Akteuren in NRW und der immer stärkeren Einbindung von KI in den Journalismus wird deutlich, dass die Technologie eine Schlüsselrolle im Kampf gegen Fake News spielen könnte. Die Kombination aus Forschungen, Trainingsangeboten und KI-gestützten Werkzeugen könnte dabei helfen, den Herausforderungen der Informationsflut besser zu begegnen.