Vor dem mit Spannung erwarteten Zweitliga-Topspiel zwischen dem Hamburger SV und dem 1. FC Köln kam es an diesem Samstag zu einem schweren Vorfall in St. Pauli. Ungefähr 150 Anhänger beider Clubs trauten sich gegen 15:10 Uhr aufeinander. Der Vorfall ereignete sich vor der Kiez-Kneipe „Rutsche“ in der Friedrichstraße, wo vermummte HSV-Hooligans die Straße stürmten und die Auseinandersetzung begannen. Laut RP Online bestätigte die Polizei mehrere Medienberichte über diesen Vorfall und mobilisierte umgehend die Bereitschaftspolizei. Eine Gruppe von etwa 200 HSV-Fans wurde von den Einsatzkräften gestellt, wobei Personalien festgestellt und erkennungsdienstliche Maßnahmen durchgeführt wurden.
Die Gewalt ging, wie die Welt berichtet, eindeutig von den HSV-Hooligans aus. Es ist erwähnenswert, dass zahlreiche friedliche Kölner Fans, darunter auch Frauen, getroffen wurden. Zeugen berichten, dass die meisten Kölner Anhänger ursprünglich friedlich feierten und keine Ultras waren. Christian Keller, Geschäftsführer des 1. FC Köln, verurteilte das Verhalten der Angreifer und bezeichnete es als „asozial“.
Die Reaktionen und das Ausmaß der Gewalt
Nach der Gewaltätigkeit wurden mindestens zwei Personen leicht verletzt. Dennoch gibt es keine genauen Angaben zur Gesamtzahl der Verletzten oder Festgenommenen. Videos der Auseinandersetzungen verbreiten sich schnell im Internet, was die Besorgnis über die alarmierenden Entwicklungen unter Fußballfans weiter verstärkt. Keller äußerte in einem Statement, dass die Vorfälle nicht tolerierbar sind und merkte zugleich an, dass der gesamte Vorfall das Bild des Fußballs negativ beeinflusse.
In der aktuellen Saison wurden bei insgesamt 17 Fußballspielen Gewaltausbrüche zwischen Fans und Polizei dokumentiert. Laut einem Bericht des Deutschlandfunks hat sich die Situation zwischen Ultras und Polizei deutlich verschärft. Oliver Wiebe vom Dachverband der Fanhilfen kritisierte die Polizei für ihre zunehmend eskalierenden Einsätze, vor allem seit dem Ende der Corona-Zugangsregeln. Es wird sogar befürchtet, dass Fans während der bevorstehenden Fußball-Europameisterschaft als Spielball benutzt werden könnten.
Insgesamt zeigt dieser Vorfall die weiterhin bestehende Problematik der Gewalt im Fußball. Während die Verantwortlichen versuchen, die Lage zu deeskalieren, fordern Fanforscher wie Harald Lange eine differenzierte Kommunikation zwischen Fans und Polizei. Nur durch einen Dialog und das Bemühen um Verständnis kann die Gewalt in den Stadien reduziert werden.