Im Kölner Landgericht hat ein Prozess gegen zwei Männer begonnen, die wegen besonders schweren Raubes angeklagt sind. Die beiden Beschuldigten, 41 und 56 Jahre alt, sollen im April des vergangenen Jahres einen Bekannten in seiner Wohnung in Ostheim überfallen haben. Der Geschädigte, der mittlerweile verstorben ist, kann nicht mehr als Zeuge aussagen, was die Vorwürfe zusätzlich kompliziert.

Der Überfall ereignete sich, während das Opfer sich bei seinem Vater im Buchheimer Weg aufhielt. Entgegen dem Willen des Opfers gelang es den Tätern, in die Wohnung einzudringen. Diese drängten den Mann zurück, wodurch er stürzte. Während einer der Täter ihn am Boden fixierte, durchsuchte der andere die Wohnung nach Wertgegenständen und entwendete unter anderem Handys und eine Geldbörse.

Brutalität des Überfalls

Laut Anklage wurde das Opfer während des Überfalls tätlich angegriffen. Ärzte stellten bei ihm Prellungen im Gesicht, eine gebrochene Nase sowie zwei ausgeschlagene Zähne fest. Besonders alarmierend war die Drohung eines der Angeklagten, die Finger des Opfers abzuschneiden, falls er seine Goldringe nicht abstreifen könne. Das Opfer konnte letztendlich einen Ring abgeben, bevor die Täter flüchteten.

Ein bedeutendes Detail in diesem Fall ist, dass der Angeklagte, von dem das Opfer Jahr für Jahr in der Methadon-Abgabestelle bekannt war, bereits als Intensivtäter bekannt war. Drogen spielten laut dem Geschädigten jedoch keine Rolle im Hintergrund der brutalen Tat. Die Verteidiger der Angeklagten halten die Aussagen des verstorbenen Mannes für unglaubwürdig und betonen die Wichtigkeit der Aussage einer Schwester des Opfers, die von Drogenhandel berichtete, obwohl sie aufgrund psychischer Labilität nicht aussagen konnte.

Drogenkriminalität in Köln

Im Hintergrund des Verfahrens stehen auch breitere Probleme der Drogenkriminalität in Köln. Laut Tagesschau ist eine Kölner Drogenbande verantwortlich für eine Welle von Gewalttaten, darunter Schüsse, Explosionen und Entführungen. Während die niederländische „Mocro-Mafia“ offiziell nicht aktiv in Köln ist, zeigt sich, dass der Konflikt um Drogenhandel und -distribution lokale Gruppen in Mitleidenschaft zieht.

Eine Kölner Bande soll etwa 700 Kilo Cannabis aus den Niederlanden bezogen haben, wobei ein erheblicher Teil der Ware verloren ging. Die Bande ist bekannt für ihren grausamen Umgang mit Mitgliedern, die für die Verluste verantwortlich gemacht werden. Unter diesen Umständen wird klar, dass der Prozess um den Überfall nicht isoliert betrachtet werden kann, sondern Teil eines umfassenderen Problems ist, das die Polizei in der Region beschäftigt.

Kriminalität und ihre Formen

Die zugrunde liegenden Faktoren der Kriminalität in Köln sind vielfältig und werden in der Kriminologie näher beleuchtet. Der Lehrbuchinhalt zu diesem Thema behandelt Aspekte wie die Viktimologie, das Dunkelfeld der Kriminalität, sowie spezifische Deliktsgruppen wie Gewalt- und Drogenkriminalität. Diese wissenschaftliche Perspektive kann einen umfassenderen Kontext für die brutalen Überfälle und deren Motivationen bieten, wie in der Publikation Nomos diskutiert.

Die nächsten Verhandlungstage im Falle des Überfalls werden entscheidend sein, um Licht in die Geschehnisse zu bringen und mögliche Zusammenhänge mit der Drogenkriminalität in Köln näher zu beleuchten.