In Brieselang sorgte die Ankündigung des Kita-Trägers Fröbel für Aufregung. Am Mittwochmorgen erfuhr Bürgermeisterin Kathrin Neumann von der Kündigung der Betreiberverträge für die Kita Zwergenburg und den Hort Pusteblume, die zum 30. September enden sollen. Der Plan sieht vor, dass die etwa 100 betroffenen Kinder, darunter 30 unter drei Jahren, ihre Betreuungsverträge bis zum 31. Juli 2025 verlieren. Auch der voll ausgelastete Hort Pusteblume mit seinen 227 Betreuungsplätzen ist betroffen.
Die Gemeinde versicherte, dass beide Einrichtungen weiterhin geöffnet bleiben werden. Es wird betont, dass es keinen geltenden Grund für die vorzeitige Kündigung der Betreuungsverträge gibt, da der Betreibervertrag formal bis Ende September gilt. Bürgermeisterin Neumann kündigte an, dass die Gemeinde entscheiden muss, ob sie die Trägerschaft für die Einrichtungen selbst übernehmen oder diese neu ausschreiben wird. Eine erste Entscheidung zu diesem Thema soll in der Sitzung der Gemeindevertreter am 29. Januar fallen.
Hintergründe der Kündigung
Der Hintergrund für die Kündigung liegt in jahrelangen Unstimmigkeiten zwischen der Gemeinde und dem Träger Fröbel bezüglich der Finanzierung von Sachmitteln. Laut Fröbel war der kommunale Beitrag der Gemeinde in den vergangenen Jahren nicht hoch genug, um die Standorte kostendeckend zu bewirtschaften. Trotz langwieriger Verhandlungen konnte keine Verbesserung erzielt werden.
In den kommenden Wochen werden die Eltern Kündigungsschreiben mit dem Stichtag 31. Juli 2025 erhalten. Die Mitarbeiter der Einrichtungen sollen hingegen Angebote zur Weiterbeschäftigung bei Fröbel erhalten. Zudem plant Fröbel, die Betreuung ab dem 1. August durch die Gemeinde oder einen anderen Träger zu unterstützen.
Neue Wege in der Kita-Verwaltung
<pIm Kontext der Diskussion um die Trägerschaft von Kitas und deren Finanzierung hat das Erzbistum Köln gemeinsam mit dem Träger Fröbel eine neue Servicegesellschaft gegründet. Diese soll die Verwaltung von über 525 Kitas des Erzbistums effizienter gestalten und die pädagogische Arbeit entlasten. Der Geschäftsführer von Fröbel, Stefan Spieker, hob die Dringlichkeit hervor, eine Kooperation einzugehen, um den ökonomischen Druck und die Herausforderungen im Kita-Betrieb besser zu bewältigen.
Die Servicegesellschaft wird Verwaltungsprozesse zentral übernehmen, um gleichzeitig hohe Bildungsstandards sicherzustellen. In einer Pilotphase, die im März beginnt, wird die Verwaltung für die ersten 30 Kitas ab dem Kita-Jahr 2025/26 übernommen. Durch diese zentrale Verwaltungsstruktur soll den Gemeinden und Gemeindeverbänden geholfen werden, ihre Kitas effektiver zu organisieren.
Während die Entwicklungen in Brieselang Sorgen über die zukünftige Betreuung von Kindern aufwerfen, sind die Initiativen im Bereich der Kita-Verwaltung ein Schritt in Richtung einer nachhaltigeren und stabileren Struktur für die frühkindliche Bildung.
Für weitere Details zur Finanzierungsstruktur der Kita-Träger sei auf die entsprechende Veröffentlichung verwiesen, die umfassende Informationen bereitstellt: destatis.de.
Mehr Informationen zur aktuellen Situation und den Entwicklungen in Brieselang finden Sie auf maz-online.de sowie den Plänen des Erzbistums Köln und Fröbel auf erzbistum-koeln.de.