Kodi, ein beliebter Haushaltswaren-Discounter, hat Insolvenz angemeldet. Das Unternehmen, das für seine große Auswahl an Produkten und günstige Preise bekannt ist, steht aktuell in Verhandlungen mit zwei potenziellen Käufern über einen Verkauf. Die Gespräche sind bereits weit fortgeschritten, eine finale Entscheidung wird innerhalb der nächsten ein bis zwei Wochen erwartet. Rund 1.800 Mitarbeiter in den Filialen und der Zentrale sind von der Situation betroffen, doch der Großteil der Arbeitsplätze soll voraussichtlich erhalten bleiben.

Im Zuge der Insolvenz hat Kodi bereits zehn Filialen in den letzten Monaten schließen müssen. Der Schritt zur Insolvenz wurde notwendig, nachdem das Unternehmen im November 2024 ein Schutzschirmverfahren wegen drohender Zahlungsunfähigkeit und Überschuldung beantragt hatte. Hauptgründe für die aktuelle Krise sind eine deutliche Kaufzurückhaltung der Kunden, massive Umsatzverluste sowie gestiegene Kosten in Bereichen wie Energie, Fracht und Werbung.

Sanierung und Zukunftsperspektiven

Die Sanierung des Geschäftsbetriebs wurde bereits Ende 2023 vorbereitet. Der offizielle Antrag auf Sanierung im Schutzschirmverfahren wurde Ende 2024 beim Amtsgericht Duisburg eingereicht. Sanierungsgeschäftsführer Holger Rhode bestätigt die laufenden Verhandlungen mit zwei Kaufinteressenten. Unter diesen befinden sich unter anderem Tedi sowie ein Konsortium, dem auch der Kodi-Altgesellschafter Richard Nölle angehört. Beide Interessenten beabsichtigen, alle 238 bestehenden Filialen von Kodi zu übernehmen, darunter auch die vier fränkischen Standorte in Schweinfurt, Aschaffenburg, Lohr am Main und Elsenfeld.

Kodi wurde 1981 gegründet und hat seinen Sitz in Oberhausen, wo sich auch die meisten Standorte in Nordrhein-Westfalen befinden. Die Produktpalette umfasst Artikel aus den Bereichen Kochen, Textilien, Reinigung und Heimwerken. Die Zukunft des Discounters hängt nun maßgeblich davon ab, ob die Verhandlungen mit den Käufern zu einem positiven Abschluss führen.

Die Insolvenz von Kodi beleuchtet zudem einen besorgniserregenden Trend im Einzelhandel, der durch die deutschlandweit steigende Anzahl an Unternehmensinsolvenzen gekennzeichnet ist. Laut Daten von Destatis ist die Kaufzurückhaltung der Verbraucher eine der Hauptursachen für die Schwierigkeiten, mit denen viele Einzelhändler derzeit kämpfen.

Die kommenden Wochen werden entscheidend sein für Kodi und seine Mitarbeiter. Sollte der Verkauf gelingen und die Sanierung erfolgreich sein, stehen den Betroffenen möglicherweise bessere Perspektiven bevor.