Nordrhein-WestfalenPolitik

Kinder- und Jugendkriminalität in NRW: SPD fordert Chefsache von Ministerpräsident Wüst

Der Ruf nach einem neuen Ansatz: SPD fordert Sondereinheit gegen Kinder- und Jugendkriminalität

Die SPD-Opposition in Nordrhein-Westfalen fordert, dass die Bekämpfung der steigenden Kinder- und Jugendkriminalität zur Chefsache des Ministerpräsidenten Hendrik Wüst (CDU) wird. Diese Forderung wurde aufgrund der wachsenden Zahlen von Gesamt- und Gewaltkriminalität, die von SPD-Landtagsfraktionschef Jochen Ott in Düsseldorf vorgetragen. Ott bezeichnete NRW-Innenminister Herbert Reul als populär, aber als gescheitert an seinen eigenen Ansprüchen.

Um dieser Problematik entgegenzuwirken, fordern die Sozialdemokraten die Einrichtung einer ressortübergreifenden Spezialeinheit zur Vorbeugung und Bekämpfung von Kinder- und Jugendkriminalität. Diese Einheit soll bis Ende August ein Maßnahmenkonzept erarbeiten, um effektive Lösungen zu finden. Die SPD kritisierte zudem, dass Ministerpräsident Wüst sich nicht ausreichend um die gesamtgesellschaftliche Aufgabe kümmere und stattdessen in den USA auf Foto-Safari sei.

Die vorgestellte Kriminalitätsstatistik für 2023 zeigt einen Anstieg von Straftaten um 3,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Die Gewaltkriminalität insgesamt ist innerhalb eines Jahres um sieben Prozent gestiegen, während die Kinder- und Jugendkriminalität um 10,8 Prozent zugenommen hat. Die SPD betont, dass neben polizeilichen Maßnahmen und mehr Geld vor allem sozial-, bildungs-, familien-, jugend- und integrationspolitische Maßnahmen erforderlich sind, um dem Problem wirksam entgegenzutreten.

Die SPD-Politiker lehnen die Idee einer Verbannung von Handys aus dem Schulalltag ab, um Minderjährige vor Gewaltvideos zu schützen. Sie sind der Ansicht, dass solche Maßnahmen nicht pauschal von der Regierung verordnet werden sollten, sondern auf individueller Schulebene geregelt werden müssen. Die Partei plädiert dafür, ganzheitliche Strategien zu entwickeln, um das Problem der Kinder- und Jugendkriminalität langfristig zu lösen.

Lebt in Stuttgarts Umland und ist seit vielen Jahren freier Redakteur für Tageszeitungen und Magazine im DACH-Raum.
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