Ein bewegender Vortrag von Judith Neuwald-Tasbach, Ehrenvorsitzende der Jüdischen Gemeinde Gelsenkirchen, eroberte am 10. März die Aula des Kreishauses Höxter. Vor rund 50 Polizisten schilderte sie die schockierenden Erlebnisse der jüdischen Bevölkerung während des Nationalsozialismus, darunter die Ermordung von 24 ihrer 26 Verwandten in Konzentrationslagern. Besonders erschütternd war ihr Bericht über das Massaker von Rumbula, bei dem innerhalb von zwei Tagen mehr als 25.000 Jüdinnen und Juden getötet wurden.
Neuwald-Tasbach appellierte eindringlich an die Anwesenden, gegen Antisemitismus und Judenfeindlichkeit Stellung zu beziehen. „Wir dürfen nicht wegsehen“, betonte sie, und forderte dazu auf, aus der Geschichte zu lernen und sich aktiv für eine Gesellschaft ohne Hass einzusetzen. Landrat Michael Stickeln begrüßte die Referentin und erkannte die Bedeutung der Veranstaltung für das Verständnis und das Bewusstsein über die grässlichen Geschehnisse der Vergangenheit an.