Am 6. März 2025 demonstrierten hunderttausende Menschen in Griechenland, um den zweiten Jahrestag des verheerendsten Zugunglücks des Landes zu gedenken. Am 28. Februar 2023 kam es bei einem Frontalzusammenstoß zwischen einem Güterzug und einem Intercity-Personenzug in der Nähe der Tempi-Schlucht zu einem Unglück, bei dem 57 Menschen, darunter viele junge Studenten und elf Mitarbeiter der Eisenbahngesellschaft, starben. Die Demonstranten forderten Gerechtigkeit für die Opfer und kritisierten die Regierung von Ministerpräsident Kyriakos Mitsotakis scharf, die sich der Verantwortung entziehe.

Die Proteste widerlegten die Annahme, dass die Geschehnisse im Vorfeld gründlich untersucht wurden. Laut den Demonstranten wurden Beweismaterialien offenbar manipuliert oder zerstört. Massive Sicherheitsmängel, wie das Fehlen digitaler Sicherheitstechnik in den Zügen, wurden in einer Untersuchung festgestellt, die den Druck auf die Regierung weiter erhöhte. In Athen gingen mehr als 30.000 Menschen auf die Straße, ein klarer Ausdruck des Unmuts und des Staunens über die langsame Handhabung der Ermittlungen, während viele Hinterbliebene sich von den Behörden nicht ernst genommen fühlen. Laut Umfragen glaubt ein Großteil der Bevölkerung, dass die Regierung versucht, die Ursachen des Unglücks zu vertuschen.

Proteste und Konflikte

In den Tagen vor den Massenprotesten fanden ein Generalstreik sowie weitere teils gewalttätige Kundgebungen statt, die den Jahrestag der Tragödie markierten. Am Mittwochabend kam es in Athen zu schweren Auseinandersetzungen zwischen Demonstranten und der Polizei. Diese setzten Tränengas und Schlagstöcke ein, während die Demonstranten Mülltonnen in Brand setzten und Benzinbomben warfen. Es wurden zunächst keine Verletzten oder Festnahmen gemeldet, dennoch zeigen diese Vorfälle die angespannte Lage und den tiefen Unmut der Bevölkerung.

Der Zeitpunkt der Proteste fiel mit einem Misstrauensantrag der größten Oppositionspartei Pasok zusammen, der am Mittwoch in einer Parlamentsdebatte über das Unglück eingereicht wurde. Die Abstimmung hierzu ist für Freitagnachmittag geplant. Die Oppositionsparteien erheben zudem schwere Vorwürfe gegen die konservative Regierung, die sich seinerseits verteidigt und betont, dass die Justiz die zügige Aufklärung des Unglücks unterstützt.

Sicherheitslage und Zukunftsperspektiven

Die juristische Untersuchung des Unglücks ist noch nicht abgeschlossen. Laut Investigationsberichten existieren die Sicherheitslücken, die zu der Tragödie führten, weiterhin. Die Überwachung der Sicherheitslage ist von enormer Bedeutung, insbesondere nach weiteren Vorfällen, die die Notwendigkeit einer Reform unterstreichen. Trong eine von der Regierung angekündigte Modernisierungsstrategie ist die Modernisierung des Eisenbahnnetzes bis 2027 und die Beauftragung eines ausländischen Unternehmens mit der Wartung des Systems geplant.

Der anhaltende öffentliche Druck und die Forderungen nach Gerechtigkeit zeigen, dass das Vertrauen der Bürger in die Behörden stark erschüttert ist. Für die Familien und Hinterbliebenen der Opfer bleibt die Situation angespannt, da viele weiterhin auf zentrale Antworten und umfassende Aufklärung hoffen.

Für den Verlauf dieser Woche sind bereits weitere Proteste geplant, die die Betroffenheit und die permanente Suche nach Gerechtigkeit unterstreichen werden. Diese Ereignisse sind ein eindringliches Signal an die griechische Regierung, dass die Gesellschaft eine umfassende und ehrlich gemeinte Untersuchung der Tragödie vom 28. Februar 2023 fordert.

Insgesamt zeigen die massiven Proteste und die politischen Spannungen, dass die öffentliche Wahrnehmung der Regierung und ihre Verantwortung für die Sicherheit im Verkehrsbereich stark auf dem Prüfstand steht, während die Aufarbeitung des Unglücks noch lange nicht abgeschlossen ist.

Für weitere Informationen über die Geschehnisse und die Hintergründe können Sie die Berichte von RP Online, SRF und Griechenland.net konsultieren.