Am 12. März 2025 fand an der FernUniversität in Hagen eine bedeutende Jahrestagung des Forschungsschwerpunkts digitale Kultur statt. Das Event, das den Titel „Tausend Plattformen“ trug, thematisierte den neuen Digital Services Act (DSA), der im Februar 2024 von der EU erlassen wurde. Dr. Thorben Mämecke, der wissenschaftliche Geschäftsführer, betonte die wachsende Internationalisierung von Social Media-Angeboten seit 2008, ein Prozess, der maßgeblich zur sogenannten „Plattformisierung“ geführt hat. Der DSA erkennt die gesellschaftlichen Risiken großer Plattformen an und schafft einen verbindlichen Regulationsrahmen für deren Betrieb, was von fernuni-hagen.de ausführlich erläutert wird.
Ein zentrales Element des DSA ist die Pflicht für Plattformbetreiber, Transparenzberichte über die Moderation von Inhalten zu veröffentlichen. Insbesondere müssen sehr große Online-Plattformen (VLOPs) und sehr große Suchmaschinen (VLOSEs) regelmäßig Risiken identifizieren und analysieren, die aus ihren Diensten resultieren. Dazu zählen die Verbreitung illegaler Inhalte, Desinformation sowie der Schutz von Minderjährigen. Plattformen sind auch verpflichtet darzulegen, welche Maßnahmen sie ergreifen, um diese Risiken zu mindern, um einen positiven Einfluss auf den zivilgesellschaftlichen Diskurs und die Integrität von Wahlen zu fördern, wie germany.representation.ec.europa.eu berichtet.
Risikomanagement und zukünftige Entwicklungen
Die Tagung auf dem Berliner Campus deckte ebenfalls methodische Fragen zur Analyse von Plattformmechanismen ab. Hierbei kamen qualitative und quantitative Ansätze zur Sprache sowie der Zugang zu Prozessdaten. Anwesend waren auch Vertreter:innen von NGOs wie der Gesellschaft für Freiheitsrechte, die das Thema weiter beleuchten. Ein Sammelband wird die Diskussion fortführen und die verschiedenen Perspektiven zusammenfassen, die während der Tagung ausgeführt wurden.
Im Rahmen der Veranstaltung wurde zudem die Filmreihe „Theorie|Apparate“ initiiert, die soziotechnische Phänomene beleuchtet. Die erste Folge beschäftigt sich mit „Hate Speech“, während eine weitere Folge, die sich mit dem „Internet of Things“ (IoT) auseinandersetzt, für das Frühjahr 2025 angekündigt ist. Die Premiere dieser Folge findet am 16. April 2025 im Rahmen der Wissenschaftsgespräche der Fakultät für Kultur- und Sozialwissenschaften statt. Diese thematischen Schwerpunkte zeigen, wie tiefgreifend das Internet und die neuen Technologien zahlreiche Lebensbereiche verändert haben, von Einkaufen über Arbeiten bis hin zu Essensbestellungen, was die Notwendigkeit eines neuen Rechtsrahmens unterstreicht, der mit der E-Commerce-Richtlinie von 2000 einsetzt, als Plattformen wie Amazon und Google noch in den Kinderschuhen steckten, wie europarl.europa.eu darstellt.
Insgesamt zeigt die Auseinandersetzung mit dem DSA, dass die EU einen ernsthaften Schritt in Richtung eines besseren, sichereren digitalen Umfelds für Nutzer und Unternehmen unternimmt. Zukünftige Entwicklungen, wie mögliche Deregulierungsmaßnahmen, insbesondere durch Persönlichkeiten wie Mark Zuckerberg, werden weiterhin genau beobachtet.